Papst Franziskus trägt die Osterkerze bei der Feier der Osternacht am 11. April 2020 im Petersdom im Vatikan.
Vatikan

Papst Franziskus: Wir können nicht Ostern feiern, wenn wir uns nicht ändern

Die Messe der Osternacht konnte Papst Franziskus nicht selber leiten. Der Ostermesse am Sonntag stand er vor. Doch: Papst Franziskus hielt keine Predigt.

Christen in aller Welt haben am Sonntagmorgen das Osterfest gefeiert. Nach zwei Jahren coronabedingter Pause nahmen auf dem Petersplatz in Rom wieder Tausende Gläubige an der Ostermesse mit Papst Franziskus teil. Anders als in der Osternacht, leitete Franziskus die Messe wieder selbst. Am Samstag hatte er aufgrund seiner anhaltenden Knie- und Hüftschmerzen von einem Stuhl aus an der Messe teilgenommen.

Keine Osterpredigt

Eine Predigt hielt das Kirchenoberhaupt am Sonntag nicht. Stattdessen folgte Schweigen nach dem Evangelium. Humpelnd, aber sichtlich gut gelaunt, begrüsste Franziskus im Anschluss an die Ostermesse Teilnehmer der Feier. Danach fuhr er im Papamobil einige Runden über den Petersplatz und winkte den Tausenden Gläubigen zu. Anschliessend verlas er seine Osterbotschaft. Darin geht er üblicherweise auf Konflikte und Notlagen weltweit ein. Zum Schluss erteilt der 85-Jährige dann den traditionellen Segen «Urbi et orbi», «Der Stadt und dem Erdkreis». Der Petersplatz war mit 40’000 Blumen aus den Niederlanden geschmückt.

Franziskus leitete Osternachts-Gottesdienst nicht selbst

Bei der Feier zur Osternacht am Samstagabend hatte der Papst die Christen aufgerufen, «mit Gesten des Friedens in dieser von den Schrecken des Krieges gezeichneten Zeit» den auferstandenen Christus ins tägliche Leben zu tragen. Franziskus warnte gleichzeitig davor, in Desillusion und Apathie zu verfallen. Sonst «verharren wir regungslos vor dem Grab der Resignation und des Fatalismus», mahnte der Papst.

Erstmals konnte Franziskus die wichtige Messe der Osternacht wegen seiner Gelenkschmerzen nicht selbst leiten. Hauptzelebrant war Kardinal Giovanni Battista Re, der Dekan des Kardinalskollegiums.

Ukrainische Delegation bei Gottesdienst

An dem Gottesdienst nahm auch eine ukrainische Delegation teil. Ihr gehörten einige Parlamentarier an sowie der Bürgermeister der Stadt Melitopol, Iwan Fedorow. Er war während des Kriegs von russischen Soldaten entführt und später freigelassen worden. Am Ende seiner Predigt begrüsste der Papst die Delegation eigens und bat alle Anwesenden eindringlich, für den Frieden zu beten. Er endete mit dem traditionellen ostkirchlichen Ostergruss auf Altslawisch: «Christos voskrese!»

Sich für Hoffnung Gottes öffnen

In dieser Osternacht, so der Papst, seien «die Nächte des Krieges von leuchtenden Spuren des Todes durchzogen». Um aus dieser Finsternis herauszukommen, müsse man sich der Hoffnung Gottes öffnen. «Wir können nicht Ostern feiern», mahnte das Kirchenoberhaupt, «wenn wir weiterhin im Tod verharren; wenn wir Gefangene der Vergangenheit bleiben; wenn wir nicht den Mut haben, uns von Gott vergeben zu lassen, uns zu ändern, mit den Werken des Bösen zu brechen.» (kna)


Papst Franziskus trägt die Osterkerze bei der Feier der Osternacht am 11. April 2020 im Petersdom im Vatikan. | © KNA
17. April 2022 | 13:55
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