Erzbischof Oscar Romero | © Gadmer, Bethlehem Mission Immensee
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Erzbischof Oscar Romero | © Gadmer, Bethlehem Mission Immensee

Oscar Romero soll am 23. Mai seliggesprochen werden

San Salvador/Rom, 11.3.15 (kath.ch) Der 1980 ermordete Erzbischof Oscar Romero soll nach Medienberichten am 23. Mai in San Salvador seliggesprochen werden. Wie die italienische Zeitung «Avvenire» am Mittwoch berichtete, werde Erzbischof Vincenzo Paglia in der Hauptstadt von El Salvador das Datum noch im Laufe des Tages bekanntgeben. Paglia, Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie, ist Romeros Anwalt im Seligsprechungsverfahren, der sogenannte Postulator.

Paglia bereite derzeit mit der Kirchen- und Staatsspitze die Seligsprechung vor, berichtete das Onlineportal der Zeitung «La Pagina» am 11. März. Diese würde «früher als man glaubt» erfolgen, hatte der Kurienerzbischof bereits bei seiner Ankunft in dem mittelamerikanischen Land erklärt. Die Bekanntgabe des Termins dürfte bei einer Pressekonferenz im Anschluss eines Gottesdienstes erfolgen, den Paglia am Mittwoch beim Grab Romeros in der Krypta der Kathedrale von San Salvador feiert. Kircheninsider sprechen bereits vom Platz «El Salvador del Mundo» als Ort der Seligsprechungsfeier.

Als Märtyrer anerkannt

Anfang Februar hatte Papst Franziskus Romero als Märtyrer anerkannt und damit den Weg für eine Seligsprechung freigemacht. Das Verfahren für Romero war 1990 in San Salvador eröffnet und später im Vatikan fortgesetzt worden. Es wurde mehrfach blockiert, weil Romero Beteiligten des Verfahrens als Repräsentant der Befreiungstheologie verdächtig erschien. Benedikt XVI. gab den Prozess im Dezember 2012 wieder frei. Durch Papst Franziskus erhielt er kurz nach seiner Wahl im März 2013 einen neuen Anschub.

Der damalige Erzbischof von San Salvador war am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes in einer Krankenhauskapelle von San Salvador erschossen worden. Auftraggeber des Mords waren wahrscheinlich Militärs. Die Hintergründe der Tat wurden nie genau aufgeklärt. (kap)

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