Prälat Fernando Ocariz Brana (links) mit dem 2016 verstorbenen Bischof Javier Echevarria.
Vatikan

Opus Dei wird Klerusbehörde unterstellt – keine Bischofswürde

Die katholische Organisation des Opus Dei wird im Vatikan künftig nicht mehr der Bischofs-, sondern der Klerusbehörde unterstellt. Zudem soll der leitende Prälat künftig nicht mehr die Bischofswürde erhalten.

Anlass für die Änderung  sei die Anfang Juni in Kraft getretene Kurienreform «Praedicate evangelium», erklärte Papst Franziskus in einem am Freitag veröffentlichten Erlass. Das neue Motu proprio «Ad charisma tuendum» (Zum Schutz des Charismas) ändert entsprechende Ausführungen der Konstitution «Ut sit» von 1982.

Einzige Personalprälatur

Damit erhob Papst Johannes Paul II. das Opus Dei (Werk Gottes) zur bisher einzigen Personalprälatur. Diese ist ein klerikaler Zweckverband zur «angemessenen Verteilung» von Priestern oder für «besondere seelsorgliche oder missionarische Werke». Gegründet worden war das Opus Dei 1928 vom spanischen Priester Jose Maria Escriva de Balaguer y Albas (1902-1975). Der Organisation gehören heute Priester, ledige Männer und Frauen wie auch verheiratete Laien an.

Charisma wichtiger als Autorität

Um das ursprüngliche Charisma der Bewegung zu schützen, verfügt Franziskus nun, «dass zum Schutz der besonderen Gabe des Geistes eine Leitungsform erforderlich ist, die mehr auf dem Charisma als auf hierarchischer Autorität beruht. Daher wird der Prälat nicht mit dem Bischofsamt geehrt.» Von den bisherigen vier Prälaten des Opus Dei hatte Papst Johannes Paul II. zwei zu Titularbischöfen ernannt: Alvaro del Portillo (1975-1982) und Javier Echevarria (1994-2016). Der Gründer Escriva de Balaguer und der jetzige Leiter, Fernando Ocariz Brana, erhielten die Bischofswürde nicht.

Fernando Ocariz Brana, Prälat des Opus Dei
Fernando Ocariz Brana, Prälat des Opus Dei

Ocariz betonte in einer Stellungnahme zu dem päpstlichen Schreiben am Freitag, dass «die Bischofsweihe des Prälaten für die Leitung des Opus Dei nicht notwendig war und ist». Die Entscheidung, die Personalprälatur nun in der Klerusbehörde anzusiedeln, akzeptierten sie «voll und ganz», so der Opus-Dei-Leiter.

Anpassung der Statuten erforderlich

Alle anhängigen Angelegenheiten, welche die Prälatur des Opus Dei betreffen und die noch bei der Bischofsbehörde liegen, sollen ab sofort von jener für den Klerus übernommen werden. Der neue Erlass soll am 4. August in Kraft treten. Das Opus Dei selber soll seine Statuten den neuen Vorgaben anpassen. (cic)


Prälat Fernando Ocariz Brana (links) mit dem 2016 verstorbenen Bischof Javier Echevarria. | © Opus Dei
23. Juli 2022 | 15:15
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