Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel | © KNA
Vatikan
Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel | © KNA

Ökumenischer Patriarch Bartholomaios hält den Papst für «radikal»

Rom, 21.10.17 (kath.ch) Aus Sicht des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. lässt sich das Pontifikat von Papst Franziskus als «radikal» bezeichnen. Es gebe nichts Radikaleres als einen Gott, der die Welt aus Liebe erschaffe, und jeder Christ sei dazu aufgerufen, an diese radikale Wahrheit zu erinnern, wie es auch der Papst tue. «In diesem Sinn können wir ihn sicher als ‘radikal’ bezeichnen», sagte der griechisch-orthodoxe Patriarch von Konstantinopel in einem Interview, das die italienische Tageszeitung «La Stampa» am Freitag veröffentlichte.

Bartholomaios, Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, lobt darin die gute Beziehung zwischen ihm und dem Oberhaupt der katholischen Kirche. Ihm sei von Anfang an klar gewesen, dass er und der Papst viele gemeinsame Anliegen teilten, wie die Einheit der Christen, soziale Gerechtigkeit und den Umweltschutz.

Das gute Verhältnis untereinander könne zwar die jahrelang gewachsenen kanonischen und theologischen Grenzen der beiden Kirchen nicht einschliessen, «aber dennoch ist meine Beziehung zu Papst Franziskus durch eine persönliche Dimension charakterisiert, die eine belebende Rolle auf dem Weg zur Wiederversöhnung unserer Kirchen spielt», so der Patriarch.

Bartholomaios I. äusserte sich im Interview mit zwei italienischen Vatikanjournalisten, die für ein Buchprojekt mehrere Besucher des Papstes befragten. Neben Bartholomaios I. sprachen sie etwa mit dem ehemaligen argentinischen Fussballspieler Javier Zanetti, dem ehemaligen US-Aussenminister John Kerry und der Präsidentin der Union der jüdischen Gemeinden Italiens, Ruth Dureghello. (cic)

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