Oberwalliser Jugendliche auf Tuchfühlung mit Franz von Assisi
In Brig treffen sich am Freitag Jugendliche aus dem Oberwallis zu einer Gebetsnacht. Im Zentrum steht Franz von Assisi. Abschluss ist eine Messe unter freiem Himmel.
Barbara Ludwig
Seit rund 20 Jahren gibt es im Oberwallis eine Jugendgebetsnacht, die jeweils anfangs September stattfindet. Am Freitag, 4. September, ist es wieder so weit. Thema ist dieses Mal der heilige Franziskus von Assisi, dessen 800. Todesjahr die Kirche zurzeit begeht. An verschiedenen Stationen eines Rundwegs in Brig bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, sich mit dem italienischen Heiligen auseinanderzusetzen.
Der Weg startet beim Haus Schönstatt und führt zunächst zum barocken Stockalperschloss, dem Wahrzeichen der Region Oberwallis. Nach dem Abendessen führt er weiter zur Saltina-Brücke sowie zur Kapuzinerkirche und schliesslich zurück zum Haus Schönstatt. Dort, vor dem Schönstatt-Heiligtum, feiern die Jugendlichen um 23 Uhr gemeinsam mit Generalvikar Richard Lehner eine Messe unter freiem Himmel.
Wie Franziskus «gegen den Strom schwimmen»
Einerseits werde man sich spielerisch anhand eines Kreuzworträtsels auf Franziskus’ Spuren begeben und dabei vor allem einigen geschichtlichen Eckdaten nachgehen, teilt Christoph Abgottspon vom Organisationskomitee auf Anfrage mit. Andererseits würden Aspekte wie «Nach dem Vorbild Jesu leben» und «Gegen den Strom schwimmen» am Beispiel des Lebens von Franz von Assisi thematisiert.
Der Heilige sei zu seiner Zeit «ein «Revolutionär» gewesen, erklärt der Pastoralassistent. «Er hat sich um die Natur gekümmert und ihm war der Friede wichtiger als Grenzen von Religion und Herkunft.» Seine Nähe zur Natur komme insbesondere im «Sonnengesang» gut zum Ausdruck. Darin habe er die Natur, die Elemente und die Gestirne als Schwester und Bruder bezeichnet. «Sicherlich kann dies auch für uns Vorbild sein», so Abgottspon. Zudem seien Friede und Demut auch im 21. Jahrhundert sehr wichtig und zentral fürs gemeinsame Zusammenleben in der multikulturellen Gesellschaft.
Etwas mit nach Hause nehmen
Bislang haben sich laut Abgottspon 15 Personen (Stand Montag) angemeldet. Das sind nicht gerade viele. Die Erfahrung zeige indes, dass sich einige erst ein paar Tage vor dem Anlass anmelden werden. In den letzten Jahren hätten zwischen 25 bis 35 Personen an der Oberwalliser Gebetsnacht teilgenommen, so Abgottspon. Und bei der Messe um 23 Uhr hätten jeweils zirka 50 Personen mitgefeiert.
«Für uns als Organisatoren kommt es nicht so sehr auf die Anzahl an», versichert er. «Sondern vielmehr, ob diejenigen, die gekommen sind, auch etwas mit nach Hause nehmen können, und ob die Jugendgebetsnacht für die Teilnehmenden und Mitfeiernden ein Kraft- und Inspirationsort ist.» Die Reaktionen der Jugendlichen in den letzten Jahren hätten dies bestätigt.
Teilnahme von Bischof oder Generalvikar
Seit dem 1. Mai ist ein Arbeitskreis Jugendgebetsnacht Oberwallis für den Anlass verantwortlich. Dies bedeute, so Abgottspon, dass man stärker mit dem Bistum Sitten zusammenarbeite. Man sei seither speziell vom Bischof zur Durchführung der Gebetsnacht beauftragt. Nicht neu sei jedoch, dass man jeweils den Bischof oder den Generalvikar an der abendlichen Messe begrüssen dürfe.
Das OK wird von vielen Helferinnen und Helfern unterstützt, etwa einem Küchenteam, einer Gruppe, die für den Gesang während der Messe verantwortlich ist, und Personen, die Impulse, Zeugnisse und Gebetszeiten vorbereiten.
*Die Oberwalliser Gebetsnacht startet um 17.30 Uhr im Haus Schönstatt in Brig VS. Weitere Informationen zum Programm finden sich auf der Webseite des Bistums Sitten.
Hier geht es zur › Bestellung einzelner Beiträge von kath.ch.




