Sex | © 2006 flickr/Rupert Ganzer
Vatikan
Sex | © 2006 flickr/Rupert Ganzer

Nonne im Vatikan: «Wer zu Prostituierten geht, ist kein echter Mann»

Rom, 3.2.2015 (kath.ch) Mit einem internationalen Gebetstag setzt der Vatikan am kommenden Sonntag erstmals ein Zeichen gegen den Menschenhandel. Die moderne Sklaverei sei ein global wachsendes Verbrechen, gegen das die Kirche weltweit mobilisieren müsse, sagt der Präsident des päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson, bei der Vorstellung der neuen Initiative am Dienstag im Vatikan. Und die sizilianische Ordensfrau Valeria Gandini ergänzt: «Wer zu Prostitierten geht, ist kein echter Mann. Das muss in die Köpfe rein!»

Der «Internationale Tag des Gebets und der Reflexion gegen den Menschenhandel» soll jährlich am 8. Februar in den Diözesen der Weltkirche begangen werden. Dazu sollen Gebetswachen, Besinnungstexte und Informationsveranstaltungen über das Unrecht des Menschenhandels informieren und sensibilisieren. Initiatoren sind die Zusammenschlüsse der Ordensoberen von Männer- und Frauenorden; unterstützt werden sie ausser vom Rat für Gerechtigkeit und Frieden auch von der vatikanischen Ordenskongregation und dem Migrantenrat.

«Es liegt an den Kunden, den Mädchen zu helfen»

Der Gebetstag soll auch «den Blick schärfen», existiere Menschenhandel doch nur aufgrund der Nachfrage von «Leuten, die dies ausnützen», erklärte die sizilianische Ordensfrau Valeria Gandini, die sich selbst für Prostituierte engagiert. Mädchen würden wie «Wegwerfobjekte» behandelt, denn ihre Freier – Großväter, Jugendliche und Familienväter gleichermaßen – machten sich keine Gedanken, wen sie beim Nachhausegehen zurücklassen würden. «Wer zu Prostituierten geht, ist kein echter Mann. Das muss in die Köpfe rein», so die Ordensfrau. Es liege vor allem an den Kunden, den Mädchen zu helfen und den «Teufelskreis» des Menschenhandels zu sprengen.

Kampf gegen Menschenhandel: Zentrales Thema von Franziskus

Kongregationspräfekt Kardinal Joao Braz de Aviz lobte bei der Pressekonferenz den starken Einsatz von Ordensnetzwerken gegen den Menschenhandel. Die Orden seien dazu berufen, «die Welt für die Werte des menschlichen Lebens aufzuwecken». Der Präsident des Migrantenrats, Kardinal Antonio Maria Veglio, hob das grosse Interesse des Papstes und des Vatikan hervor. Der Kampf gegen den Menschenhandel ist ein zentrales Thema im Pontifikat von Papst Franziskus. Ihm widmete er unter anderem die Botschaft zum katholischen Weltfriedenstag am 1. Januar 2015 mit dem Titel «Nicht mehr Knechte, sondern Brüder». (kna)

Werbung für Nightclub im Zürcher Niederdorf | © Georges Scherrer
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Sex | © 2006 flickr/Rupert Ganzer
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Heilige Josephine wurde 5x als Sklavin verkauft

Der 8. Februar ist der Gedenktag der Heiligen Josephine Bakhita (ca. 1869-1947). Die Sudanesin wurde als Mädchen von Räubern verschleppt und insgesamt fünfmal auf Sklavenmärkten verkauft, zuletzt an den italienischen Konsul, der sie in seine Heimat mitnahm, wo sie befreit wurde. Nach ihrem Eintritt in die Kirche schloss sie sich dem Orden der Canossa-Schwestern an, wirkte in deren Kloster in Vicenza bis zu ihrem Tod und war hoch angesehen. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1992 selig und 2000 heilig.

Laut Schätzungen sind rund 35 Millionen Menschen auf der Welt Opfer von organisiertem Menschenhandel. Sie werden als Zwangsarbeiter und, vor allem Frauen und Kinder, als Prostituierte oder auch für den Organhandel ausgebeutet. (kna)

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