"Mila": Die neue Jugendanlaufstelle des Sozialwerks Pfarrer Sieber in Zürich.
Schweiz

Neue Zürcher Jugendanlaufstelle will Jugendlichen sicheren Rückzugsort bieten

Am 15. März eröffnete das Sozialwerk Pfarrer Sieber die Jugendanlaufstelle Mila. Das Angebot richtet sich an junge Menschen in prekären Lebenssituationen und bietet ihnen unentgeltlich einen geschützten Raum und Unterstützung bei der Entwicklung von Perspektiven.

Wolfgang Holz

Die neue Jugendanlaufstelle Mila (abgeleitet vom Standort an der Kreuzung Militär-/Langstrasse) an der Militärstrasse 118 in Zürich steht jungen Menschen im Alter von 16 bis 23 Jahren täglich von 9 bis 17 Uhr offen.

«Am Eröffnungstag hatten wir zwei Burschen und ein Mädchen, die im Mila Zuflucht suchten», sagt Walter von Arburg, Kommunikationsbeauftragter des Sozialwerks Pfarrer Sieber, gegenüber kath.ch. «Auf das neue Angebot machen wir einerseits direkt in unserer Notschlafstelle Nemo aufmerksam. Andererseits haben wir Fachstellen, Schulsozialarbeit, Jugendhäuser, die auf das neue Angebot hingewiesen haben.»

Rückzugsort in prekären Lebenssituationen

Das Angebot bietet den Jugendlichen eine kostenlose und anonyme Möglichkeit, sich tagsüber in einem geschützten Raum aufzuhalten. Ziel dieses neuen Angebots ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in prekären Lebenssituationen einen sicheren Rückzugsort zu bieten und sie durch gezielte Beratung und Angebote zu stärken.

«Die Probleme der Jugendlichen sind sehr individuell», so von Arburg. «Oft stehen zerrüttete Verhältnisse zuhause mit Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung am Anfang einer Problemkette, die dann in der Folge nicht selten auch Themen wie Sucht und Versagensängste enthält.»

«Jugendliche haben ein Recht auf eine eigene Zukunft. Wo das gefährdet ist, handeln wir.»

Der Fokus des Angebots liegt auf Prävention, um den Verlust sozialer
Anbindungen und das Abrutschen in die Obdachlosigkeit zu verhindern. «Jugendliche haben ein Recht auf eine eigene Zukunft. Wo das gefährdet ist, handeln wir», betont SWS-Gesamtleiterin Friederike Rass.

Snacks, Mittagessen, Gespräche, Beratung

Das Angebot umfasst einen niederschwelligen Zugang, Verpflegung in Form von Snacks und Mittagessen, Gespräche, Beratung und Begleitung. In der Jugendanlaufstelle sind auch Begleittiere willkommen. «Die Jugendlichen können auch seelsorgerliche oder spirituelle Betreuung in Anspruch nehmen, wenn sie dies wünschen», so Walter von Arburg.

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Die Jugendanlaufstelle Mila ergänzt die Angebote des Sozialwerks
Pfarrer Sieber für diese Altersgruppe tagsüber. Bereits seit 2007 unterstützt die Stiftung des bekannten Zürcher Obdachlosenpfarrers junge Menschen in Krisensituationen mit der Jugendnotschlafstelle Nemo.

Sozialwerk Pfarrer Sieber

Das Sozialwerk Pfarrer Sieber (SWS) bietet Menschen in Not – wie Suchtkranken, Obdachlosen, psychisch und physisch Leidenden, Mittellosen und Heimatlosen – seelsorgerliche, soziale, medizinische und materielle Hilfe an. Die Angebote orientieren sich am Konzept «auffangen – betreuen – weiterhelfen» und haben zum Ziel, Menschen schrittweise in die Gesellschaft zurückzuführen.

Das SWS will die biblische Botschaft der Nächstenliebe im Blick auf die gesellschaftliche Not aktivieren. Gegenwärtig arbeiten rund 200 Mitarbeitende und gut 250 Freiwillige für das SWS. Gegründet wurde die Stiftung 1988 von Pfarrer Ernst Sieber. (woz)


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18. März 2026 | 12:01
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