Neue Missbrauchstafel im Paderborner Dom gestohlen, Hakenkreuz in Mauer geritzt
Wenige Tage nach ihrer Errichtung ist die Missbrauchstafel in der Krypta des Paderborner Doms gestohlen worden. Das Schild enthielt einen Text, der auf das Fehlverhalten der in der Krypta bestatteten früheren Erzbischöfe hinwies. Ausserdem verschandelte ein Hakenkreuz die Kathedrale.
Der Vorfall habe sich vermutlich am Sonntag ereignet, sagte ein Sprecher des Erzbistums Paderborn am Mittwoch. Das an einem Aufsteller angebrachte Schild enthielt einen Text, der auf Fehlverhalten der in der Krypta bestatteten früheren Erzbischöfe im Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt hinweist, und hatte für Diskussionen gesorgt. Es solle zeitnah wieder aufgestellt werden.
Hakenkreuz entdeckt
In der Kathedrale wurde laut dem Sprecher zudem ein in eine Mauer geritztes Hakenkreuz entdeckt. In diesem Fall habe das Erzbistum Anzeige erstattet und der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen.
Kein Zusammenhang
Einen Zusammenhang zwischen den Schäden in der Krypta und in der Wand gebe es vermutlich nicht. Das Hakenkreuz sei inzwischen abgedeckt worden und nicht mehr sichtbar. Zuerst hatte die «Neue Westfälische» über die Vorfälle berichtet.
Krypta teuer restauriert
Die für 2,5 Millionen Euro restaurierte Krypta war am 16. Juni wieder eröffnet worden. Die Tafel hatte das Metropolitankapitel als Hausherr des Doms im Einvernehmen mit der Betroffenenvertretung im Erzbistum anbringen lassen. (kna)
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