Vatikan

Nein zur Frauenordination ist unfehlbare Lehre

Rom, 30.5.18 (kath.ch) Das Nein der katholischen Kirche zur Priesterweihe für Frauen gehört zum unfehlbaren Lehramt der Kirche. Das erklärt der Leiter der Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Ladaria, in einem ausführlichen Beitrag der Vatikanzeitung «Osservatore Romano» von Mittwoch.

In einigen Ländern gebe es bis heute Zweifel an der entsprechenden Aussage Papst Johannes Pauls II. in seinem Schreiben «Ordinatio sacerdotalis» von 1994. Daher bekräftige die Glaubenskongregation, «dass es sich um eine Wahrheit handelt, die zum Glaubensgut der Kirche gehört».

Kirche hat keine Vollmacht

Johannes Paul II. (1978-2005) hatte damals erklärt, «dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben».

In dem aktuellen Beitrag kritisiert Ladaria noch immer bestehende Kritik und Zweifel, denen zufolge die Ablehnung der Priesterweihe durch eine künftige Entscheidung eines Papstes oder Konzils geändert werden könnte. Solche Zweifel schädigten nicht nur die kirchliche Lehre vom Weiheamt, sondern auch das Verständnis des Lehramts selbst.

«Unfehlbarkeit betrifft nicht nur feierliche Ankündigungen eines Konzils oder Papstes, wenn dieser ‘ex cathedra’ spricht, sondern auch die normale und universale Lehramt der Bischöfe weltweit, wenn sie etwas in Gemeinschaft untereinander und mit dem Papst, als katholische Lehre definitiv festzuhalten vorlegen», schreibt Ladaria. Auf diese Unfehlbarkeit habe sich Johannes Paul II. bezogen.

Einstimmige Erklärung

Bevor dieser damals «Ordinatio sacerdotalis» schrieb, habe er sich mit Bischofskonferenz-Vorsitzenden, die an der Frage interessiert gewesen seien, beraten. Sie alle hätten einstimmig erklärt, die Kirche müsse in diese Frage dem Auftrag Christi folgen.

Ladaria weist ausserdem darauf hin, dass sowohl Benedikt XVI. (2005-2013) wie auch Papst Franziskus in seinem Schreiben «Evangelii gaudium» die Lehre von Johannes Paul II. bekräftigt hätten.

«Gegenseitige Bereicherung»

Gleichzeitig weist Ladaria darauf hin, dass unterschiedliche Aufgaben und Rollen von Frauen und Männern «keinerlei Unterordnung» bedeuteten, sondern «gegenseitige Bereicherung». Allerdings falle es der heutigen Kultur schwer, die Unterschiede zwischen Mann und Frau zu verstehen und das Gute darin zu erkennen.

Bereits im Oktober 1995 hatte die Glaubenskongregation, ebenfalls in einem Beitrag für den «Osservatore», auf Zweifel an «Ordinatio sacerdotalis» geantwortet: Die darin vorgelegte Lehre sei für endgültig zu halten und gehöre zum Glaubensgut. Sie fordere von den Gläubigen «endgültige Zustimmung». (cic)

Luis Francisco Ladaria Ferrer im Jahr 2015 | © KNA,
30. Mai 2018 | 07:57
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