Friedensgebet in Sachseln.
Schweiz

Mit Bruder Klaus für den Frieden in der Ukraine beten: «Ganz sicher kann Bruder Klaus helfen»

Niklaus von Flüe gilt als Friedensstifter. Für Ernst Fuchs, Bruder-Klausen-Kaplan in Sachseln, war schnell klar: Zum Jahrestag des Kriegsbeginns in der Ukraine wird er ein Friedensgebet anbieten. «Ich habe gespürt: Wir sind eine Gebetsgemeinschaft.»

Jacqueline Straub

«Vor einem Jahr hat Russland die Ukraine angegriffen. Seiher tobt dort ein Krieg, der schon vielen Menschen das Leben gekostet hat», sagt der Bruder-Klausen-Kaplan und Churer Domherr Ernst Fuchs zu Beginn des Friedensgebets in Sachseln. «Unzählige sind seither auf der Flucht. Wir wollen gemeinsam mit vielen Menschen in der Schweiz und darüber hinaus beten für den Frieden.»

Ernst Fuchs
Ernst Fuchs

Das Gebet wurde auf der Webseite der Pfarrei als «ökumenisches Friedensgebet» angekündigt. Doch neben Ernst Fuchs stand nicht etwa eine reformierte Pfarrperson, sondern sein katholischer Pfarrkollege Daniel Durrer. Er ist Pfarrer von Sachseln.

Daniel Durrer beim Friedensgebet in Sachseln
Daniel Durrer beim Friedensgebet in Sachseln

«Das ist mir heute morgen aufgefallen, als ich auf die Homepage geschaut habe», sagt Ernst Fuchs. «Da ist uns wohl ein Fehler unterlaufen.» Er ist sich sicher, dass zum Friedensgebet aber nicht nur Katholikinnen und Katholiken kamen. Bruder Klaus wirke stark ökumenisch und interreligiös. Sogar zivilreligiös: Auch nicht-religiöse Menschen können dem Wirken des Schweizer Nationalheiligen etwas abgewinnen.

Boten des Friedens weinen

«Im Buch Jesaja heisst es: Bitterlich weinen die Boten des Friedens», sagt Ernst Fuchs. Die Menschen sehnen sich danach, jene zu hören, die den Frieden verkünden. «Stattdessen hören wir von Zerstörung und Eskalation von Gewalt. Auch wir sind ein Teil davon.»

Pfarr- und Wallfahrtskirche Sachseln
Pfarr- und Wallfahrtskirche Sachseln

Im Gebet formuliert er den Wunsch, dass Gottes Frieden in der Welt wachse. Dennoch scheiterten die Menschen immer wieder daran, Gott «Räume zu öffnen». Das Kyrie der Gemeinde schallt laut durch die Kirche. Der Wunsch nach Frieden ist im Gesang der Gläubigen hörbar.

Leben geht weiter

Das Friedensgebet ist geprägt von Schriftstücken aus der Bibel, Gebetsanliegen, Gesang und Stille. In den Momenten der Stille ist das Leben vor der Kirche zu hören: Fröhliche Kinderstimmen und ein Landwirtschaftsgefährt. Im Café neben der Kirche geniessen Menschen bei Kaffee und Kuchen die Sonne. Das Leben geht normal weiter – auch in Zeiten des Krieges.

Friedensstifter Bruder Klaus

In einem Bruder-Klaus-Lied singt die Gemeinde: «Du Bruder Klaus, in unserm Land halt über uns die starke Hand, gib Kraft und Hoffnung in der Not, und Rettung, wenn Gefahr uns droht.» Bruder Klaus gilt aus Friedensstifter, der noch heute nicht an Wirkung verloren hat. Auch seine Ehefrau, die heiligmässige Dorothee, spielt eine grosse Rolle.

Eigens angereist ist eine Frau aus St. Gallen, die kurzfristig vom Friedensgebet in der Bruder-Klaus-Wallfahrtskirche erfahren hatte. Sie machte sich direkt auf den Weg. Es ist ihr wichtig, bei der Reliquie des Schweizer Heiligen für den Frieden zu beten.

Pius Röthelin aus Sachseln
Pius Röthelin aus Sachseln

Auch Pius Röthelin aus Sachseln besucht das Friedengebet. Es sei ihm sehr wichtig, für den Frieden zu beten. «Für die Ukraine, Syrien und andere Länder, in denen es Krieg gibt.» Auch schon im vergangenen Jahr besuchte er ein Friedensgebet für die Ukraine. «Beten ist das wenige, was man in dieser Situation tun kann. Hoffen und glauben.» Er ist davon überzeugt, dass Bruder Klaus zum Frieden in der Ukraine beitragen kann.

Bruder Klaus hat Strahlkraft

Davon ist auch eine Gruppe von fünf Frauen überzeugt: «Ganz sicher kann Bruder Klaus helfen», sagen die älteren Frauen. «Er hat schon früher geholfen», ergänzt eine Frau. Jeden Donnerstag sind die Frauen in der Kirche anzutreffen und beten beim Bruder-Klaus-Gebet für Frieden in der Welt.

«Ich bin sehr berührt vom Friedensgebet», sagt Ernst Fuchs nach dem Gottesdienst. Er wusste nicht, wie viele Menschen kommen würden. Mit den 40 Gläubigen, die gekommen sind, ist er zufrieden: «Ich habe gespürt: Wir sind eine Gebetsgemeinschaft. Den Menschen ist es ein Anliegen zusammenzukommen, um zu beten».

Ernst Fuchs ist überzeugt: «Bruder Klaus kann zum Frieden in der Ukraine beitragen.»


Friedensgebet in Sachseln. | © Jacqueline Straub
25. Februar 2023 | 08:45
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