Schweizer Bischofskonferenz und Frauenrat haben Gespräch im Geist geführt.
Schweiz

Schweizer Bischofskonferenz führt Dialoge zu Missbrauch, Migration, Frauenrat

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) will sich künftig intensiver mit den Betroffenenorganisationen von Missbrauch, mit der Dienststelle Migratio und dem Frauenrat austauschen. Das kam an ihrer Vollversammlung im Kloster Fischingen zum Ausdruck.

Regula Pfeifer

An ihrer 353. Ordentlichen Versammlung im Kloster Fischingen im Kanton Thurgau hat die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) gleich am Montag die Betroffenenorganisationen von Missbrauch in der Kirche zum Gespräch empfangen. Es kamen Vertretende der drei Betroffenenorganisationen IG Miku für die Deutschschweiz, Sapec für die Westschweiz und Gava für den Tessin.

Die SBK-Mitglieder tauschten sich mit ihnen über die bisherigen Massnahmen nach der Veröffentlichung der Pilotstudie von 2023 aus. Die Betroffenenorganisationen äusserten ihre Erwartungen an die weitere Prävention, Aufarbeitung und Begleitung. Und beide Dialogpartner zeigten sich bereit für eine verstärkte und regelmässige Zusammenarbeit, wie es in der SBK-Mitteilung heisst. Weitere Informationen dazu sollen in den nächsten Tagen folgen. 

Migrationspastoral als Chance

Weiter trafen sich die Schweizer Bischöfe und Territorialäbte mit Isabel Vasquez, der Nationaldirektorin von Migratio. Sie sprachen über aktuelle Entwicklungen und künftige Herausforderungen der Migrationspastoral in der Schweiz. Dabei ging es insbesondere um die Umsetzung des Gesamtkonzepts «Auf dem Weg zu einer interkulturellen Pastoral». Dieses Konzept hatte die SBK Ende 2020 verabschiedet. Migratio ist zuständig für dessen Umsetzung.

Diskutiert wurden die wachsende Bedeutung neuer sprachlicher und kultureller Gemeinschaften sowie die Zusammenarbeit zwischen Diözesen, Sprachmissionen, katholischen Ostkirchen und Migratio. Auch Fragen der Missio Canonica (bischöflichen Beauftragung) und der pastoralen Verantwortung kamen zur Sprache, ebenso Prävention, Qualitätsentwicklung und Begleitung von Seelsorgenden. Auch Finanz- und Kommunikationsaspekte wurden thematisiert.

Für die SBK ist eine koordinierte Migrationspastoral wichtig, die Menschen unterschiedlicher Sprachen, Kulturen und Traditionen in einer gemeinsamen kirchlichen Sendung zusammenführt, heisst es. Kulturelle Vielfalt sei nicht nur eine pastorale Herausforderung, sondern auch eine Chance für die Zukunft der Kirche in der Schweiz, hiess es laut Mitteilung.

Gespräch im Geist mit Frauenrat

Am Dienstag trafen sich die SBK und der SBK-Frauenrat zu einem gruppenweise organisierten Gespräch im Geist. Dies zur vom Frauenrat synodal erarbeiteten Frage: «Was ist der Mehrwert des Frauenrates für die SBK?» In der Folge betonten die Teilnehmenden den Willen, ihre Beziehungen zu vertiefen, Vertrauen zu stärken und sich Zeit füreinander zu nehmen. Als Mehrwert des Frauenrates hoben sie seinen eigenständigen Blickwinkel hervor. Dieser eröffne neue Perspektiven für mögliche mutige Schritte in die Zukunft.

Der letzte Sitzungstag am Mittwoch wurde als dritter Synodalitätstag begangen. Dabei kamen Vertretende der SBK, des Präsidiums der RKZ (Römisch-katholische Zentralkonferenz) und der Synodalitätskommission zusammen und besprachen das nationale Projekt «Vielsprachig katholisch», das im Oktober 2026 mit dezentralen synodalen Gesprächen beginnen soll.

Beim Besuch des Apostolischen Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Martin Krebs, kam zudem die Rolle des Vatikans und des Heiligen Stuhls in Konflikten zur Sprache.

Beschlüsse zu Liturgieinstitut und Genugtuungsfonds

An den drei Sitzungstagen beschlossen die Schweizer Bischöfe und Territorialäbte, das Westschweizer Liturgieinstitut (CRPL) der SBK als Dienststelle anzugliedern – und damit dem Liturgischen Institut der deutschsprachigen Schweiz in Freiburg i.Ü. anzugleichen.

Zudem entschieden sie, den Genugtuungsfonds für Betroffene von Missbrauch im kirchlichen Umfeld zum elften Mal zu alimentieren, mit 300’000 Franken. Damit soll laut Mitteilung die Handlungsfähigkeit des Fonds im Jahr 2026 sichergestellt werden.

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24. September 2026 | 16:00
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