Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), 2022
International

Missbrauchsbetroffene orten Zeichen von «Clankriminalität» in Kirche

Bischöfe und Personalverantwortliche hätten «die Täterorganisation Kirche zusätzlich zu einem Ort organisierter Kriminalität gemacht», sagte Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz.

Der Sprecher des Betroffenenbeirats, Johannes Norpoth, äusserte sich am Freitag in Frankfurt. Er verwies auf eine unlängst veröffentlichte Untersuchung der Bischofskonferenz und von Adveniat. Diese belegt, dass der frühere Bischof Emil Stehle (1926-2017) in Lateinamerika Priester vor Strafverfolgung geschützt hat, die in Deutschland wegen sexualisierter Gewalt strafrechtlich verfolgt wurden. Weiter listet der Bericht gegen Stehle selbst 16 Meldungen und Hinweise zu übergriffigem Verhalten und sexuellem Missbrauch Minderjähriger auf.

Bischöfe und Personalverantwortliche hätten «die Täterorganisation Kirche zusätzlich zu einem Ort organisierter Kriminalität gemacht», sagte Norpoth. Man könne in diesem Zusammenhang auch von «Clankriminalität» sprechen. Norpoth äusserte sich vor der Vollversammlung des Synodalen Wegs.

Betroffene nicht angemessen beteiligt

Dem kirchlichen Reformprojekt sei es immer noch nicht gelungen, Betroffene angemessen und mit Stimmrecht zu beteiligen, beklagte Norpoth. Das zeige schon ein Blick auf die bereits mehrfach geänderte Zusammensetzung der Synodalversammlung. «Es kommt kein Verantwortlicher auch nur auf die Idee, wenigstens im Nachrückverfahren diesem strukturellen Webfehler mangelhafter Betroffenenbeteiligung entgegenzuwirken.» (kna)


Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), 2022 | © KNA
10. September 2022 | 10:54
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