Mindestens 60 Tote bei Zugunglück in Spanien: Bischöfe rufen zum Gebet auf
Nach dem Zusammenstoss zweier Hochgeschwindigkeitszüge südlich von Madrid laufen die Bergungsarbeiten weiter. Die Behörden rechnen mit steigenden Opferzahlen. Spaniens Regierung, Königshaus und Bischöfe trauern.
(KNA) Bei einem schweren Zugunglück in Spanien sind nach Behördenangaben mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche weitere wurden verletzt. Während die Bergungsarbeiten am Mittwoch weiterliefen, rechnete eine Sprecherin der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha damit, dass die Zahl der Toten und Verletzten noch steigen werde.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich angesichts des Unglücks bestürzt. Auf der Plattform X sprach er den Opfern und ihren Familien seine Anteilnahme und Solidarität aus. Auch König Felipe VI. bekundete den Angehörigen der Toten sein Beileid und versicherte ihnen Unterstützung. Zugleich würdigte er die Einsatzkräfte und alle Helfer, die unter den schwierigen Bedingungen vor Ort Hilfe leisteten.
Bischöfe rufen zum Gebet auf
Die Spanische Bischofskonferenz sprach den Familien der Opfer ihr Beileid und ihre Verbundenheit aus. Sie bete für die «ewige Ruhe der Verstorbenen und für die Genesung der Verletzten», hiess es in einer Stellungnahme. Zugleich rief sie dazu auf, in Gottesdiensten der Opfer zu gedenken und für sie zu beten. Auch zahlreiche spanische Parteien setzten ihren Wahlkampf zu den vorgezogenen Parlamentswahlen am 29. November aus.
Aus dem Ausland kamen Beileidsbekundungen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, EU-Ratspräsident António Costa und die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, äusserten auf X ihre Anteilnahme. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach den Betroffenen und ihren Angehörigen ebenfalls sein Mitgefühl aus.
Auch der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, zeigt sich bestürzt über das schwere Zugunglück in Spanien. «Zurück bleiben Angehörige, enge Freunde und Bekannte, die fassungslos sind und das Geschehene kaum begreifen können. Unsere Gedanken und Gebete sind in diesen schweren Stunden bei den Toten, den Verletzten und ihren Familien», schrieb der Bischof von Münster am Mittwoch in einer Stellungnahme. «Ihnen gilt unser tiefes Mitgefühl.» Wilmer dankte allen Seelsorgern und Einsatzkräften vor Ort. «Wir wenden uns an Gott und bitten ihn um Trost, Kraft und neue Hoffnung.»
Menschliches Versagen?
Das Unglück ereignete sich am Mittwochmorgen gegen 9 Uhr in der Provinz Toledo südlich von Madrid. Dort stiessen zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammen. In den Zügen der staatlichen Bahngesellschaft Renfe und des privaten Anbieters Iryo befanden sich insgesamt mehr als 540 Passagiere. Die Wucht des Zusammenstosses war so gross, dass mehrere Waggons des Iryo-Zuges einen Bahndamm hinunterstürzten.
Nach ersten Analysen soll ein Mitarbeiter der zentralen Leitstelle einem Renfe-Zug die Weiterfahrt in Richtung Sevilla erlaubt haben, obwohl noch ein Zug von Iryo die Gleise blockierte. Die genauen Umstände des Unglücks waren zunächst unklar.
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