Michael Wetzel: «Es wäre wunderbar, wenn Weihbischof Josef Stübi unser Kind taufen würde»
Michael Wetzel (30) ist ehemaliger Schweizergardist. Mit drei Stunden fand er die Bischofsweihe von Josef Stübi etwas lang. Trotzdem stand er gerne im Altarraum der Solothurner Kathedrale: «Ich wollte ihm etwas zurückgeben.» Im vergangenen Sommer traute Josef Stübi das Ehepaar Wetzel – und überraschte sie mit einer Idee. Nun erwartet das Ehepaar ihr erstes Kind.
Jacqueline Straub
Der neue Basler Weihbischof Josef Stübi hat Sie getraut. Wie lange kennen Sie ihn schon?
Michael Wetzel*: Ich habe ihn Ende 2021 kennengelernt. Meine Frau und ich haben ihn für ein Ehevorbereitungsgespräch getroffen, sie kennt ihn aber bereits seit ihrer Kindheit.
Welchen Bezug haben Sie zu dieser Pfarrei?
Wetzel: Meine Frau ist in Ennetbaden aufgewachsen, gehört also zum Pastoralraum Baden. Uns war schnell klar, dass wir in der schönen Stadtkirche in Baden heiraten möchten. Wir haben über Josef Stübi viel Gutes gehört. Zudem: Er ist entfernt mit meiner Frau verwandt.
Wie genau?
Wetzel: Der Bruder von Josef Stübi, Thomas, ist mit der Schwester der Tante meiner Frau verheiratet.
Wie war Ihre erste Begegnung mit Josef Stübi?
Wetzel: Sehr gut. Meine Frau kommt aus einer Winzer-Familie. Josef Stübi wusste das und hat vorgeschlagen, dass wir doch einen Wein mitbringen sollen, den er dann als Messwein benutzen werde. Das fanden wir sehr schön. Wir haben über Gott und die Welt gesprochen. Nach dem Gespräch wussten wir, dass er die richtige Person für unsere Trauung ist.
Wie war der Hochzeitsgottesdienst?
Wetzel: Der Traugottesdienst war sehr schön. Da ich im Vorstand der Aargauer Exgardisten bin, hatten wir vier Schweizergardisten in der Messe – wie auch bei der Bischofsweihe von Josef Stübi.
Worüber hat Josef Stübi an Ihrer Hochzeit gepredigt?
Wetzel: Über die Liebe und den Weg, den wir nun miteinander gehen. Er hat viel Freude ausgestrahlt. Als er gepredigt hatte, habe ich gespürt, dass er sehr nah bei den Menschen ist. Seine Worte waren mitten aus dem Leben.
Sie sind ehemaliger Schweizergardist. An der Bischofsweihe von Josef Stübi standen Sie im Altarraum.
Wetzel: Es war schon etwas Besonderes. Wobei ich sagen muss: Der Gottesdienst war mit seinen drei Stunden sehr lang – so lange bin ich in der Schweiz noch nie als Schweizergardist gestanden. Aber es fühlte sich kurzweilig an.
Haben Sie sich für den Einsatz zur Bischofsweihe gemeldet?
Wetzel: Alle ehemaligen Schweizergardisten aus den Kantonen des Bistums wurden angeschrieben. Für mich war sofort klar, dass ich Josef Stübi diese Ehre erweisen möchte. Ich wollte ihm etwas zurückgeben.
Sollten Sie Kinder bekommen: Werden Sie den Weihbischof fragen, ob er diese tauft?
Wetzel: Auf jeden Fall. Wir erwarten im Sommer unser erstes Kind. Es wäre wunderbar, wenn er unser Kind taufen würde. Gleichzeitig weiss ich aber auch, dass er als Weihbischof viel zu tun hat – er soll sich auf keinen Fall verpflichtet fühlen.
* Michael Wetzel (30) lebt mit seiner Frau Mirjam (28) in Ennetbaden. Am 20. August 2022 wurden sie von Josef Stübi in Baden getraut. Josef Stübi wurde am 26. Februar zum Weihbischof von Basel geweiht. Michael Wetzel war von 2013 bis 2015 Schweizergardist in Rom.
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