Metropolit Zizioulas: Papstenzyklika wichtig auch für Orthodoxe

Rom, 18.6.15 (kath.ch) Die Umweltenzyklika von Papst Franziskus hat nach den Worten des Metropoliten von Pergamon, Ioannis (John) Zizioulas, auch für orthodoxe Christen grosse Bedeutung. Im Namen der Weltorthodoxie sprach er Franziskus während der Präsentation der Enzyklika «Laudato si» am 18. Juni im Vatikan seine «tiefe Dankbarkeit» dafür aus, dass der Papst seine hohe moralische Autorität der Bewahrung der Schöpfung gewidmet habe.

Zizioulas war als Abgesandter des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. der Einladung von Franziskus gefolgt und sass während der Vorstellung des Lehrschreibens mit auf dem Podium. Dies bezeichnete er als eine besondere Ehre. Der Titular-Metropolit hob hervor, dass Franziskus im ersten Kapitel auch den Patriarchen zitiert. Aus einer Ansprache von Bartholomaios I. übernahm der Papst das Zitat, «ein Verbrechen gegen die Natur zu begehen, ist eine Sünde gegen uns und eine Sünde gegen Gott».

Bartholomaios’ Amtsvorgänger Dimitrios habe 1989 als erstes Oberhaupt einer christlichen Kirche ein Lehrschreiben zum Umweltschutz verfasst. Für die Orthodoxen sei es ein Grund zu grosser Freude, dass nun auch die katholische Kirche die Bewahrung der Schöpfung als zentralen Aspekt ihrer Lehre benannt habe. «Diese Enzyklika kommt in einem kritischen Moment der menschlichen Geschichte und wird zweifellos einen weltweiten Einfluss auf das Bewusstsein der Menschen haben», so der Metropolit. (cic)

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