Die Sentikirche an der Baslerstrasse in Luzern | © Sylvia Stam
Schweiz
Die Sentikirche an der Baslerstrasse in Luzern | © Sylvia Stam

Luzerner Kirche wird im Baurecht an traditionalistische Stiftung abgegeben

Luzern, 10.7.17 (kath.ch) Seit dem 1. Juli ist die Stiftung «Rosa Mystica» für Erhalt, Unterhalt und Betrieb der Luzerner Sentikirche verantwortlich. Die Katholische Kirchgemeinde Luzern hat das 1662 erbaute Gotteshaus im Baurecht an die Stiftung abgegeben. Diese feiert dort bereits seit rund 30 Jahren Messen im tridentinischen Ritus.

Die Dauer des Baurechts beträgt 60 Jahre, heisst es in einer Mitteilung der Kirchgemeinde. Auch ein Verkauf der Kirche an die Stiftung «Rosa Mystica» wäre denkbar gewesen, teilte Urban Schwegler, der Kommunikationsverantwortliche der Kirchgemeinde, auf Anfrage gegenüber kath.ch mit. Der Baurechtszins, den die Stiftung an die Kirchgemeinde bezahlen muss, beträgt laut Schwegler 13’000 Franken pro Jahr.

Sanierung von Aussenfassade und Dach kostete die Kirchgemeinde 600’000 Franken

Die Sanierung der Aussenfassade und des Daches sei noch auf Rechnung der Kirchgemeinde erfolgt. Die Arbeiten dazu wurden 2016 abgeschlossen. Die Kosten für diese Sanierung betrugen rund 600’000 Franken, liess der Kommunikationsverantwortliche weiter verlauten. Mit dem Inkrafttreten des Baurechtsvertrages per 1. Juli sei nun die Stiftung für Erhalt, Unterhalt und Betrieb der Kirche in den kommenden 60 Jahren verantwortlich.

Die Sentikirche wurde 1662 erbaut. Ursprünglich habe das Gotteshaus zum Sentispital gehört, dem städtischen «Siechenhaus in der Senti», schreibt die Kirchgemeinde in ihrer Mitteilung. Die Kirche liege auf dem Gebiet der Pfarrei St. Maria, werde jedoch seit etlichen Jahren nicht mehr für die Seelsorge unter der Quartierbevölkerung genutzt.

Verschiedene Gruppen sollen Kirche nutzen können

Seit rund 30 Jahren nutze die Stiftung «Rosa Mystica» die Sentikirche für Messen im tridentinischen Ritus. Gemäss Baurechtsvertrag müsse die Sentikirche auch weiterhin ein «offener Ort» in dem Quartier bleiben, hält die Kirchgemeinde fest. «Dementsprechend wird die Kirche auch in Zukunft öffentlich zugänglich sein und für Gebetsstunden und Gottesdienst verschiedener Gruppen offen stehen.»

Derzeit wird die Kirche einmal pro Woche von einer Gebetsgruppe aus dem Quartier benutzt, wie Schwegler mitteilte. Zudem kämen Bewohner des Quartiers in die Kirche, um zu beten oder Kerzen anzuzünden.

Tridentinischer Ritus seit 2007 zugelassen

Mit dem Erlass «Summorum Pontificum» hatte Benedikt XVI. die tridentinische Messe von September 2007 an als ausserordentliche Form wiederzugelassen. Als tridentinische Messe wird der lateinischsprachige Gottesdienst im alten Ritus bezeichnet, wie er nach dem Konzil von Trient (1545-1563) für die katholische Kirche in der ganzen Welt vorgeschrieben war. Diese Messbücher wurden nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) schrittweise durch eine erneuerte Liturgie ersetzt, die in der Regel in der jeweiligen Landessprache gefeiert wird. Latein blieb aber weiterhin als Sprache der Liturgie erlaubt. (bal)

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