Luzern: Wirtschaftsverband will Feiertag des Stadtheiligen abschaffen

Luzern, 1.12.10 (Kipa) Seit 1999 müssen die Luzerner am 2. Oktober, dem Tag ihres Stadtheiligen St. Leodegar, nicht arbeiten. Dies soll sich ändern, wenn es nach dem Willen des Luzerner Wirtschaftsverbandes geht. Laut einem Bericht der Neuen Luzerner Zeitung (1. Dezember) will er im Stadtparlament eine entsprechende Motion veranlassen.

Der 2. Oktober gilt in Luzern seit Menschengedenken als Feiertag, der jeweils mit einer Messe in der vollen Hofkirche St. Leodegar gefeiert wird, so die Zeitung. Offiziell anerkannt ist der Feiertag jedoch erst seit 1999, als der 2. Oktober zum kommunalen öffentlichen Ruhetag erklärt wurde.

Von den 400 Mitgliedern des Wirtschaftsverbandes wünschen sich gemäss einer Umfrage 64 Prozent, dass der Feiertag gestrichen wird. Wenn die Abschaffung nicht durchzusetzen sei, soll der Feiertag zumindest auf einen Sonntag verschoben werden, fordert Verbandspräsident Rolf Hunkeler.

Ein «Sankt-Burn-out-Tag»?

Beat Jung, Pfarrer der Hofkirche St. Leodegar im Hof, befürchet gemäss der Zeitung einen Luzerner Identitätsverlust, falls der Feiertag abgeschafft würde. Der Luzerner Theologe Lukas Niederberger bedauert seinerseits, dass Heiligentage zunehmend der Wirtschaft geopfert würden. Sie stammten aus einer Zeit, als es noch keine Wochenenden gegeben habe, und hätten trotzdem «ihre Berechtigung». «Wenn die Wirtschaft Sankt Leodegar streicht, muss sie wenigstens einen Heiligen-Ospel- und einen Sankt-Burn-out-Tag schaffen», fordert Niederberger.

Der Heilige Leodegar (um 616-679) war von 659 bis 674 Bischof im burgundischen Autun. Im 9. Jahrhundert wurde der Heilige, der als Märtyrer gilt, Patron des damals in Luzern ansässigen Benediktinerklosters.

(kipa/bal/pem)

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