Limburg: Alle eintreten in die Bischofsvilla!

Limburg, 20.2.15 (KNA) Das Bistum Limburg will das umstrittene Bischofshaus auf dem Domberg zu Limburg für Veranstaltungen öffnen. Domkapitular Wolfgang Rösch stellte am Freitag ein Konzept zur Zwischennutzung vor, die bis zur Ernennung eines neuen Bischofs von Limburg gelten soll.

Umgebaut und errichtet wurde das Bischofshaus in massgeblicher Verantwortung des vormaligen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst. Die Kosten in Höhe von rund 31 Millionen Euro und ihre Verschleierung trugen entscheidend zum Rücktritt von Tebartz-van Elst als Bischof von Limburg am 26. März vergangenen Jahres bei.

Führungen, Konzerte und Ausstellungen sind geplant

Die Pläne zur Zwischennutzung des als Amts- und Wohnsitz erbauten Bischofshauses, mit deren Präsentation das Bistum Limburg eine Führung durch die Räumlichkeiten und erstmals auch des privaten Wohnbereichs verband, sehen neben derartigen Führungen Bildungs- und Kulturveranstaltungen wie theologische Gesprächsrunden, musikalische Darbietungen oder Ausstellungen vor. Zudem soll das Bischofshaus in verschiedene kirchliche Festlichkeiten eingebunden werden. Auch soll es in dem Gebäude Veranstaltungen und Sitzungen von Gremien des Bistums geben.

Mit seinem Konzept zur Zwischennutzung zielt das Bistum Limburg darauf, das Bischofshaus zu «entzaubern», es mit Leben zu füllen und für die Menschen annehmbar zu machen. Dem soll gleichfalls ein neues Faltblatt mit Infos zu dem Gebäudekomplex dienen. Es steht ebenso wie ein Film und Fotos unter www.bistumlimburg.de/bischofshaus auch online zur Verfügung. Dort findet sich auch der von einer Kommission im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz zu der Baumassnahme erstellte Prüfbericht.

Ziel: Glaubwürdigkeit zurückgewinnen

Wie das Haus von einem künftigen Limburger Bischof genutzt werde, müsse dieser selbst entscheiden können, betonte Rösch, der Ständiger Vertreter des Limburger Apostolischen Administrators, Weihbischof Manfred Grothe ist.

Rösch machte deutlich, dass es dem Bistum darum gehe, «die Dinge beim Namen zu nennen» und Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Im Falle des Bischofshauses gelte es, diesen mit Fantasie aufgeladenen Gebäudekomplex aus den Schlagzeilen in die Wirklichkeit des Lebens zurückzubringen.

Tebartz-van Elst hatte im vergangenen September das Bischofshaus verlassen. Er zog in eine Privatwohnung nach Regensburg. Im Dezember erhielt er eine neue Aufgabe in Rom als Delegat des Päpstlichen Rats für die Neuevangelisierung.

Wann es in Limburg wieder einen Bischof geben wird, ist nach Angaben des Bistums nach wie vor unklar. (kna)

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