Rathaus in Glarus, Sitz der Glarner Regierung
Schweiz

Kirchgemeinde Näfels: Glarner Regierung weist Wahlbeschwerde ab

Der neue Kirchenrat der Kirchgemeinde Näfels bleibt im Amt. Der Glarner Regierungsrat hat eine Wahlbeschwerde abgewiesen. Darin ging es unter anderem um die Präsenz einer ausländischen Person an der Kirchgemeindeversammlung vom 22. Mai.

Barbara Ludwig

Die krisengeschüttelte Kirchgemeinde Näfels hat erst seit kurzem wieder einen Kirchenrat. Rund zweieinhalb Jahre war sie von einem Sachwalter geleitet worden. Eine Beschwerde stellte jedoch die Wahl des Gremiums durch die Kirchgemeindeversammlung vom 22. Mai in Frage.

Am Dienstag hat nun der Glarner Regierungsrat als zuständige Instanz entschieden. Er weist die Wahl- und Abstimmungsbeschwerde ab, wie er am Mittwoch in einem Communiqué mitteilt. Ein Beschwerdeführer hatte beantragt, sämtliche Beschlüsse und Wahlen der erwähnten Kirchgemeindeversammlung aufzuheben. Unter anderem habe er geltend gemacht, eine nicht stimmberechtigte ausländische Person habe an den Abstimmungen und Wahlen teilgenommen und sich in ein Amt wählen lassen.

Ausländische Person wurde nicht gewählt

Die Abklärungen der Regierung zeigen jedoch, dass die betreffende Person «aufgrund ihrer Aufenthaltsbewilligung B» weder stimmberechtigt noch wählbar war. An der Versammlung sei darauf hingewiesen worden und die Person sei nicht in ein Amt gewählt worden. Dass die Person an der öffentlichen Kirchgemeindeversammlung anwesend war, sei «rechtlich zulässig», stellt der Regierungsrat klar.

Und: «Hinweise darauf, dass sie das Ergebnis einer Abstimmung oder Wahl beeinflusst hätte, liegen nicht vor.» Die Hürden für Wahl- und Abstimmungsbeschwerden sind relativ hoch, wie Ratsschreiber Arpad Baranyi gegenüber kath.ch mitteilte. Nun heisst es im Communiqué, selbst eine allfällig unzulässige Stimmabgabe hätte «nach den vorliegenden Umständen keinen Einfluss auf die Ergebnisse gehabt». Deshalb weise der Regierungsrat die Beschwerde ab. Im Kanton Glarus sind ausländische Katholikinnen und Katholiken mit Niederlassungsbewilligung seit dem 1. Januar 2026 in kirchlichen Angelegenheiten stimm- und wahlberechtigt.

«Für die Kirchgemeinde ist der Entscheid der Regierung positiv»

Der sechsköpfige Kirchenrat war am 22. Mai «mit überwältigendem Mehr» gewählt worden, wie Sachwalter Andreas Schiesser damals öffentlich mitteilte. Präsident des Kirchenrates ist Peter Hauser aus Näfels. «Für die Kirchgemeinde ist der Entscheid der Regierung positiv», sagt er auf Anfrage von kath.ch. «Jetzt machen wir weiter, wie wir angefangen haben.»

Seine Kolleginnen und Kollegen in dem Gremium sind Alex Hager aus Mollis, der zum Kirchengutsverwalter gewählt worden war, Gianluca Civilla und Stefan Fischli aus Näfels sowie Rino Lacher und Ramona Landolt aus Mollis.

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Rathaus in Glarus, Sitz der Glarner Regierung | © Darko Cetojevic
12. August 2026 | 14:00
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