Spardruck wirkt sich aus bei der Finanzierung von Missions- und Entwicklungshilfeprojekten
Der Katholische Konfessionsteil St. Gallen fördert in der ersten Vergaberunde 2026 insgesamt 18 Missions- und Entwicklungsprojekte mit insgesamt 255’000 Franken. Die Vorhaben in Afrika, Asien, Europa und Südamerika wurden aus 27 eingereichten Gesuchen ausgewählt. Dabei macht sich der Spardruck bemerkbar.
Wolfgang Holz
Denn für Missions- und Entwicklungshilfe stehen dem Konfessionsteil in diesem Jahr insgesamt eine Million Franken zur Verfügung – 200’000 Franken weniger als bisher. Grund dafür sei der Spardruck, wie es in einer Medienmitteilung des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen heisst.
Bei der Vergabe werde Wert auf eine Gewährsperson gelegt, die für die korrekte Verwendung der Mittel einsteht. Der Katholische Konfessionsteil St. Gallen unterstützt dabei in der ersten Vergaberunde insgesamt 18 Missions- und Entwicklungsprojekte mit insgesamt 255’000 Franken.
Neu Geld für Roma-Kinder und Obdachlose
Zu den unterstützten Projekten der 27 eingereichten Gesuche aus der ganzen Welt gehört erneut das internationale Benediktiner-Hochschulinstitut Sant’Anselmo in Rom, das 50’000 Franken erhält. Mit 25’000 Franken wird zudem der Verein Elijah unterstützt, der in Rumänien Roma-Kinder und ihre Familien begleitet und in Bukarest ein Tageszentrum mit Notschlafstelle für Obdachlose betreibt.
Um möglichst vielen Projekten gerecht zu werden, strebe die zuständige Kommission in der Regel eine maximale Beitragshöhe von 20’000 Franken pro Gesuch an. In Einzelfällen könne der Beitrag auch höher sein. Eine Handvoll weiterer Gesuche werde mit 20’000 Franken unterstützt, so der Katholische Konfessionsteil. Weitere Projekte erhalten Beiträge von 15’000 oder 10’000 Franken.
Projekte für Frauen und Mädchen
Weitere Beiträge fliessen unter anderem in Projekte für Frauen und Mädchen, Flüchtlinge sowie in Bildungsangebote. In der Kommission für Missions- und Entwicklungshilfe gibt es infolge der Reorganisation des Administrationsrats personelle Veränderungen. Neu präsidiert Administrationsrat Hans Brändle die Kommission.
Grundsätzlich hat der Bundesrat bekanntermassen im Zuge von Sparmassnahmen beschlossen, die Mittel für die Internationale Zusammenarbeit (IZA) ab 2029 nachhaltig zu kürzen. Die Summe der Einsparungen soll bis 2030 auf 113 Millionen Franken ansteigen. Zudem fallen bei der Auslandhilfe des Bundes rund 100 Stellen weg.
Weihbischof Josef Stübi und Bernd Nilles von Fastenaktion kritisierten diesen Sommer in einem gemeinsamen Statement diese Kürzungen des Bundesrats bei der Entwicklungszusammenarbeit. Das schwäche die Ärmsten der Welt und die längerfristige Vorsorge.
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