Papst Franziskus winkt Gläubigen zu, als er vor einem Freiluftgottesdienst in der Nähe des Flughafens von Tacloban am 17. Januar | © Bild KNA
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Papst Franziskus winkt Gläubigen zu, als er vor einem Freiluftgottesdienst in der Nähe des Flughafens von Tacloban am 17. Januar | © Bild KNA

Karnickel-Wort wirkt: Filipino-Bischof ruft zu Familienplanung auf!

Cebu, 30.1.15 (kath.ch) Das Karnickel-Wort des Papstes auf seinem Rückflug von den Philippinen zurück in den Vatikan wirkt jetzt auch in den Philippinen nach: Jetzt ruft der philippinische Erzbischof von Cagayan de Oro, Antonio Javellana Ledesma, die Familien in dem südostasiatischen Land zur Anwendung natürlicher Verhütungsmethoden auf.Bisher war jegliche Verhütung Tabuthema.

Eltern sollten ihre Familie verantwortlich planen, sagte Ledesma am Freitag bei einem Treffen mit Fischerfamilien und Vertretern von Nichtregierungsorganisation auf der ostphilippinischen Insel Siargao. «Jedes Kind, das auf die Welt kommt, hat ein Recht darauf, gut versorgt zu werden», betonte er. Ledesma äußerte sich mit Blick auf die Aussage des Papstes zur «verantworteten Elternschaft» im Anschluss an dessen Besuch auf den Philippinen vergangene Woche.

Die durchschnittliche Geburtenrate in dem Land mit 100 Millionen Einwohnern liegt bei mehr als drei Kindern pro Frau. Das Thema Verhütung ist in der philippinischen Gesellschaft weitgehend tabuisiert. 80 Prozent der Philippiner sind katholisch.

In seiner Diözese gebe es bereits ein umfangreiches Programm zu natürlicher Familienplanung, sagte Ledesma. Dabei gehe es darum, Paare aufzuklären und ihnen Möglichkeiten der natürlichen Empfängnisverhütung aufzuzeigen. Er hoffe, dass viele Bistümer und Gemeinden dieses Programm künftig übernehmen und ausbauen würden. «Die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung haben alle Ressourcen, dies zu fördern», betonte er. «Und wir als Kirche haben viele Möglichkeiten, sie dabei zu unterstützen.» Natürliche Familienplanung sei nicht nur aus moralischer Perspektive von großer Bedeutung, sondern auch mit Blick auf die Gesundheit vieler junger Mütter, für die eine Schwangerschaft ein hohes Gesundheitsrisiko darstelle.

Letztes Jahr war Kirche noch gegen Sex-Aufklärung

Im vergangenen Jahr hatte der Oberste Gerichtshof in Manila ein umstrittenes Gesetz über die reproduktive Gesundheit für verfassungskonform erklärt, das Familienplanungsprogramme auf freiwilliger Basis, Sexualaufklärung in Schulen, eine kostenlose Abgabe von Verhütungsmitteln sowie Maßnahmen zur Verbesserung der professionellen Geburtshilfe zur Senkung der hohen Müttersterblichkeit auf den Philippinen vorsieht. Die Kirche hatte sich strikt gegen das Gesetz ausgesprochen. Die meisten Philippiner standen laut damaligen Umfragen in dieser Frage nicht auf Seiten der Kirche.

Der Papst hatte auf seiner Rückreise von den Philippinen für eine «verantwortete Elternschaft» geworben. Wörtlich sagte Franziskus: «Einige glauben – entschuldigt bitte das Wort – um gute Katholiken zu sein, müssen wir sein wie Kaninchen, nicht wahr? Nein. Verantwortete Elternschaft. Das ist klar. Und dafür gibt es in der Kirche Gruppen von Ehepaaren, es gibt die Experten dafür, es gibt Seelsorger, und man aufsucht. Ich kenne viele, viele erlaubte Wege, die in einem solchen Fall geholfen haben.» (kna/dsw)

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