Kardinal Reinhard Marx | © KNA
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Kardinal Reinhard Marx | © KNA

Kardinal Marx: Das Mittelmeer darf kein riesiger Friedhof sein

Bonn, 22.7.18 (kath.ch) Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat seine Kritik an der aktuellen Flüchtlingspolitik erneuert. «Dass das Mittelmeer ein riesiger Friedhof geworden ist, das können wir nicht akzeptieren», sagte er am Sonntag in der Sendung «phoenix persönlich».

Der Kardinal gab zudem zu bedenken, dass die Flüchtlingszahlen in Deutschland derzeit rückläufig seien und dass andere, weniger reiche Länder, mehr Flüchtlinge aufnähmen. Es müsse selbstverständlich sein, an Lösungen für die Flüchtlingssituation weltweit mitzuarbeiten, so der Münchner Erzbischof. Die Kirchen sähen darin eine christliche Verpflichtung. Es sei zutiefst unchristlich, «wenn wir wegschauen und sagen, was geht uns die Not in der Welt an – und was ausserhalb Europas passiert, interessiert uns nicht», so Marx.

Auftrag Jesu

Die Kirchen müssten sich in der Flüchtlingsdebatte immer wieder zu Wort melden, ergänzte der Kardinal, unabhängig davon, wie populär dies gerade sei. Denn Jesus habe den konkreten Auftrag mitgegeben, sich um die Schwachen, Armen, Fliehenden und andere Menschen am Rand zu kümmern: «Ein Christ kann sich nicht Christ nennen, wenn er nicht versucht, hinzuschauen wo die Probleme sind, wo Menschen in Not sind». Eine christliche Kultur ohne Barmherzigkeit und ohne Solidarität mit den Schwachen, den Kranken, den Sterbenden, den Sündern, könne er sich nicht vorstellen, so Marx. (kna)

 

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