Kardinal Kurt Koch | © kna
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Kardinal Kurt Koch | © kna

Koch sagt Termin in Deutschland wegen umstrittenem Neupriester ab

Würzburg, 29.4.18 (kath.ch) Der Präsident des Päpstlichen Einheitsrats, Kardinal Kurt Koch, hat seine Teilnahme am Fatimatag im Bistum Würzburg am 13. Mai in Retzbach, Deutschland, abgesagt. Das bestätigte ein Sprecher des Bistums am Sonntag der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Am Gottesdienst sollte auch ein jüngst in Eichstätt geweihter, wegen antisemitischer Vorfälle umstrittener Neupriester präsent sein und dort den Einzelprimizsegen spenden. Dies habe Koch zur Absage des Termins veranlasst.

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hatte den 30-Jährigen  aus dem Erzbistum Bamberg am 21. April zum Priester geweiht. Vor fünf Jahren war dieser nach einer Untersuchung antisemitischer Vorfälle aus dem Würzburger Priesterseminar entlassen worden, weil er KZ-Witze erzählt und Adolf Hitler parodiert hatte. Im Bistum Eichstätt erhielt er eine zweite Chance; vor Journalisten bekundete er Reue über die Vorfälle, sprach von «Bockmist» und bat die dadurch von ihm verletzten Menschen um Verzeihung. Er sei weder Antisemit noch Ausländerhasser oder Rechtsradikaler und habe inzwischen viel dazugelernt.

Priesterweihe von jüdischem Zentralrat kritisiert

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, kritisierte indes vor der Weihe in mehreren Medien die Entscheidung des Eichstätter Bischofs. «Das gute Verhältnis, das Miteinander der katholischen Kirche mit jüdischen Gemeinden in Deutschland sind durch diesen Vorgang geschädigt», sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Schuster hält den behaupteten Einstellungswandel des jungen Mannes bisher zumindest noch nicht für glaubwürdig genug.

Das Bistum Würzburg hat nach eigenen Angaben von dem Gottesdienst mit Einzelprimizsegen durch den Neupriester erst aus den Medien erfahren. Der Würzburger Diözesanadministrator, Weihbischof Ulrich Boom, habe in einem gemeinsamen Auftritt von Koch und dem Neupriester ein Problem gesehen in Bezug auf das Verhältnis der katholischen Kirche zum Judentum.

Kein Besuch «unter den gegebenen Umständen»

Dies habe er dem Kardinal mitgeteilt, der in seiner Funktion auch für die religiösen Beziehungen zum Judentum zuständig ist. Koch habe dann Boom wissen lassen, dass er «nach eingehender Reflexion des Sachverhalts (…) unter den gegebenen Umständen leider nicht zum Fatimatag am 13. Mai 2018 nach Retzbach kommen kann». (kna)

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