Kardinal Kurt Koch und Niklaus von Flüe
Schweiz

Kardinal Koch: «Bruder Klaus zeigt, dass man ohne Eucharistie nicht leben kann»

Kardinal Kurt Koch spricht in einem Podcast über die Bedeutung von Bruder Klaus für die Bischofskonferenz, welche Rolle die Eucharistie noch heute spielt und wie Niklaus von Flüe langsam zum «ökumenischen Heiligen» wurde.

Jacqueline Straub

In der neuesten Folge von «Bruder Klaus – Der Podcast» ist der Schweizer Kardinal Kurt Koch zu Gast und spricht davon, dass er, wann immer er in der Nähe des Ranfts war, «sehr gerne dort hingegangen» ist. Und auch noch heute: wenn er seine Heimat besucht und es ihm möglich ist, stattet er dem Schweizer Heiligen in Flüeli-Ranft einen Besuch ab.

«Vor allem, als ich Bischof von Basel gewesen bin, von 1995 bis 2010, bin ich immer wieder gerne dorthin, weil hier oberhalb des Ranfts ein Bildungshaus ist und dort habe ich immer die Dekanatskonferenzen abgehalten.» Zudem hat er hin und wieder Priesterwallfahrten zu Bruder Klaus begleiten dürfen.

Bruder Klaus
Bruder Klaus

Auf die Frage, wie sein spiritueller Zugang zu Bruder Klaus ist, antwortet der Kardinal: «Das ist vor allem die Verbindung zwischen Mystik und Weltverantwortung.» Bruder Klaus hat sich sehr in der Kirche engagiert, hat sich dennoch in den Ranft zurückgezogen. «Um in der Einsamkeit Gott zu suchen, hat er zwar die Welt verlassen, aber hat die Welt mitgenommen.» Das zeige sich etwa in seinem politischen Wirken beim Stanser Verkommnis.

Koch hebt im Podcast hervor, wie Bruder Klaus Frieden definierte: «Gott selbst ist der Frieden. Deshalb hat der Unfried keine Zukunft. Nur der Friede – das ist eine wunderbare Botschaft in die heutige Welt hinein.»

Wichtigkeit der Eucharistie

Als Kurt Koch Präsident der Schweizer Bischofskonferenz war, war Niklaus von Flüe «sehr präsent». Etwa durch das Beten des Bruder-Klaus-Gebets in der Heiligen Messe. «Dieses Lied wird sehr oft in der heiligen Eucharistie gesungen, weil es gelungen zum Ausdruck bringt, was Eucharistie feiern heisst. Dass wir immer wieder darum bitten, uns hineingenommen zu werden in jenes Opfer, das Christus vollzogen hat und durch dieses hineingezogen werden in das Opfer Jesu Christi selbst.» Dadurch könne man offen werden für den anderen Menschen, so der Kardinal.

Koch glaubt auch daran, dass Bruder Klaus sich ausschliesslich von der Eucharistie ernährt hat. «Er zeigt mir in einer radikalen Weise, dass man ohne die Eucharistie als Christ nicht leben kann. So wie ich das tägliche Frühstück brauche, so brauche ich das geistliche Brot.» Dass Bruder Klaus alleine davon lebte, ist ein «zentraler Anruf an uns alle, die Bedeutung der Heiligen Eucharistie wieder neu zu entdecken».

Dorothee Wyss mit Kindern: Statue hinter der Kirche Sachseln OW
Dorothee Wyss mit Kindern: Statue hinter der Kirche Sachseln OW

Der Kardinal geht im Podcast auch auf Dorothee Wyss, Niklaus’ Ehefrau, ein. «Ohne Dorothee wäre sein Wirken nicht möglich geworden.» Sie habe ihren Mann ziehen lassen im Bewusstsein, «dass sie ihn nicht verliert, sondern in neuer Weise gewinnt». Koch wünscht sich, dass Dorothee eine besondere Ehrung erfahre.

Die Heiligsprechung von Bruder Klaus Ende der 1940er Jahre war ein «schwieriges konfessionelles Problem», weil einige Reformierte den Eindruck hatten, dass ihn die katholische Kirche für sich vereinnahme. «Heute kenne ich einzelne reformierte Pfarrer, die sich sehr intensiv mit Bruder Klaus befassen. Und so wird auch aus ihm letztlich ein ökumenischer Heiliger», so Kardinal Kurt Koch.

Kurt Kardinal Koch sprach mit Gastgeber Thomas Philipp Reiter im Podcast «Bruder Klaus – Der Podcast». Reiter ist deutschsprachiger Journalist und lebt in Belgien. Er produziert das neue Angebot «Bruder Klaus – Der Podcast» im Auftrag des Fördervereins Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss.

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Kardinal Kurt Koch und Niklaus von Flüe | © Fotomontage kath.ch
5. November 2025 | 15:00
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