Kapelle entweiht – katholische Kirche Genf zieht in Multikulti-Viertel
Die römisch-katholische Kirche Genf zieht diesen Frühling ins angesagte Quartier Plainpalais um. Ihren bisherigen Sitz in der Genfer Altstadt will sie vermieten. Aus diesem Grund hat der emeritierte Weihbischof Pierre Farine die dazugehörende Kapelle am Mittwoch entweiht.
Regula Pfeifer
Pierre Farine kennt das Diözesanhaus im Stadtzentrum von Genf bestens. Er hat zwanzig Jahre an der Rue des Granges 13 gelebt, in einer Wohnung innerhalb des Diözesanhauses. Farine arbeitete auch dort: 1996 bis 2015 als Weihbischof von Lausanne, Genf und Freiburg. Nach dem Tod von Bischof Genoud verwaltete er das Bistumsvikariat in Genf.
Kultgegenstände und Altarstein mit Reliquien entfernt
Farine zelebrierte selbst oft in der Kapelle des Diözesanhauses. Am Mittwoch leitete er die letzte Feier – die Entweihung der Kapelle. An deren Schluss wurden die Kultgegenstände aus der Kapelle getragen, also Kelch, Ziborium, Altartuch, Monstranz und anderes mehr. Schliesslich wurde der Altarstein entfernt, der Reliquien enthält.
Die Gegenstände wurden vorübergehend auf den Tisch im Konferenzraum des Vikariats abgelegt. «Sie werden verstaut und können an anderen Orten wiederverwendet werden», sagte Pierre Farine.
Umzug zur Kirche Sacré-Coeur
Die römisch-katholische Kirche wird demnächst die Altstadt von Genf verlassen und neue Räumlichkeiten in der Kirche Sacré-Coeur im multikulturellen und populären Quartier Plainpalais beziehen.
Die katholische Kirche in Genf hatte Sacré-Coeur bereits nach dem Kulturkampf Ende 19. Jahrhundert zu ihrer Pfarrei gemacht. Dies, nachdem der Staat ihr die Nutzungsrechte an den Kirchen entzogen hatte.
Altstadt-Kirche ging an Christkatholiken über
Zuvor, konkret ab 1981, war die Altstadt-Kirche Saint-Germain das einzige katholische Gotteshaus in Genf. Damals kam der Pfarrer von Genf in den Besitz des Herrenhauses an der Rue de Granges 13, das Mitte 18. Jahrhundert von einem Bankier erbaut worden war. Nach dem Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat 1907 erhielten die Katholiken die Gotteshäuser zurück, mit Ausnahme der Altstadt-Kirche. Diese ging an die Christkatholiken über.
Das Diözesanhaus blieb damals in der Altstadt. Das Gebäude an der Rue Granges 13 wurde 1885 an die Société des intérêts catholiques verkauft, die später zur Société catholique romaine de Genève wurde.
Nun soll in diesem Frühjahr das Diözesanhaus ins Quartier Plainpalais umziehen, zur Kirche Sacré-Coeur. Das Gebäude an der Rue de Granges 13 wird zur Vermietung ausgeschrieben. (Mit Informationen von cath.ch)
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