Ausland

Reformationsjubiläum: Kässmann will das Jahr im Pazifik eröffnen

Berlin, 28.12.16 (kath.ch) Die Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das «Reformationsjubiläum», Margot Kässmann, eröffnet das Gedenkjahr 2017 auf den an der Datumsgrenze im Pazifik liegenden Chatham Islands. Das gab Kässmann am Mittwoch vor Medienvertretern bekannt.

Mit den Bischöfen der Lutherischen Kirchen Neuseelands und Australiens sowie Vertretern der «Gossner Mission» werde sie die aufgehende Sonne im Rahmen einer Zeremonie begrüssen. Zudem werde sie an einem ökumenischen Gottesdienst in einer anglikanischen Kirche auf den Inseln teilnehmen.

Auf Nachfrage erklärte Kässmann, dass sie eine derartige Reise mit den Klimaschutzzielen der EKD für vereinbar halte, weil zugleich in einen entsprechenden Kompensationsfonds eingezahlt werde.

Auch in Ostdeutschland positive Resonanz

Kässmann erklärte, nach ihrem Eindruck sei die EKD für 2017 gut vorbereitet. So hätten bereits mehrere zehntausend Menschen das in Wittenberg eröffnete Panorama des Malers Yadegar Asisi über die Lutherstadt zur Reformationszeit besucht. In Ostdeutschland gebe es eine positive Resonanz auf das Gedenken. Der Geschäftsführer des Trägervereins für das Reformationsgedenken, Ulrich Schneider, gab an, derzeit werde das Sicherheitskonzept für die Veranstaltungen des kommenden Jahres, besonders für den vom 24. bis 28. Mai geplanten Deutschen Evangelischen Kirchentag, überarbeitet.

Zur Ökumene erklärte Kässmann, momentan würden die Früchte der ökumenischen Bewegung der vergangenen 100 Jahre geerntet. «Es war 1917 nicht vorstellbar, dass sich Katholiken überhaupt an solchen Feierlichkeiten beteiligen», sagte die frühere Hannoversche Bischöfin. Die vor zehn Jahren noch vorhandene Skepsis im katholischen Bereich zum Reformationsgedenken habe sich gelöst. «Eher gibt es heute von evangelischer Seite Kritik – müsst ihr denn so ökumenisch sein?», so Kässmann.

Ökumenischer Patriarch Bartholomaios kommt nach Deutschland

Sie sprach sich dafür aus, die kleineren Kirchen mit reformatorischen Wurzeln stärker wahrzunehmen. «Die Reformation hat viele Kinder.» Kässmann betonte, dass sich auch Freikirchen und orthodoxe Kirchen an den Feierlichkeiten in Wittenberg beteiligten.

Auch der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. wird 2017 nach Deutschland kommen. Das bestätigte der Pressesprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Carsten Splitt, am Mittwochnachmittag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Bartholomaios sagte demnach die Teilnahme an einer Veranstaltung in Tübingen zu. Dabei soll es um die ersten Kontakte zwischen den Kirchen der Reformation und den orthodoxen Kirchen gehen, die die Tübinger Theologen Martin Crusius und Jakob Andreae 1573 durch ihren Briefwechsel mit dem Ökumenischen Patriarchen Jeremias II. aufnahmen. Ein genaues Datum für die Veranstaltung steht nach Splitts Angaben noch nicht fest. (kna)


Margot Kässmann | © Vera Rüttimann
28. Dezember 2016 | 15:21
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