Francesca Trento, Rom | © Bernard Hallet
Vatikan
Francesca Trento, Rom | © Bernard Hallet

Junge Menschen sind nicht dumm

Rom, 26.3.18 (kath.ch) 300 Personen haben innerhalb von fünf Tagen ein gemeinsames Dokument verfasst, mit dem alle zufrieden waren. Das beeindruckt die kath.ch-Reporterin in Rom, Francesca Trento, wie sie in ihrem Kommentar zur Vorsynode der Jugendlichen im Vatikan schreibt. Sie hofft, dass auf das Reden bald das Handeln folgt.

«Let’s talk together» – eine Woche lang reden, das durften 300 Jugendliche letzte Woche in Rom. Zuerst dachte ich mir, schon wieder: Reden, reden, reden im Vatikan. Ich bin eher für Handeln statt Reden. Aber die Jugendlichen haben etwas Ausserordentliches geschafft: Trotz Unterschieden in Herkunft, Kultur, Sprache und Religion sind sie zu einem Resultat gekommen. Und zu was für einem!

«Ich bin mega glücklich über das Schlussdokument», war der Konsens von all den jungen Menschen, die ich in Rom getroffen habe. Es waren keine Aussagen, die sie einer Journalistin gaben. Sondern Worte, die sie abends bei Pizza und Wein sagten.

Nicht um den Brei herum reden

Was mich daran beeindruckt: Ich wüsste nicht, wann ich einmal erlebt hätte, dass 300 Erwachsene aus aller Welt innerhalb von fünf Tagen ein 16-Seiten-Dokument verfasst haben – dem dann alle stolz zustimmen. Ebenso habe ich selten eines gelesen, das jeder und jede versteht – auf Anhieb. Und eines, das nichts verwässert und um den Brei herum redet, sondern wirklich etwas aussagt.

«Junge Menschen sind nicht dumm», sagte der Papst bei der Eröffnung der Jugend-Vorsynode. Zurecht. Wer jemals daran gezweifelt hat, kann jetzt einpacken. Wer sie ernst nimmt, muss mitanpacken. Denn das wollen sie von der Kirche: ernst genommen und unterstützt werden.

Ich weiss nicht, ob die dynamische letzte Woche etwas am starren Gebilde der katholischen Kirche verändern wird. Das können wir an der diesjährigen Synode im Herbst sehen, wenn die Herren einen Monat lang «let’s talk together» betreiben. Schön wäre es allemal, wenn sie nicht bloss redeten, sondern endlich anfingen zu handeln.

«Wir brauchen euch im Fitnessclub, in Bars und auf Facebook»

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