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Jesus mit Penis: Google zensiert Satire-Magazin »Titanic«

«Titanic» ist Deutschlands bekanntestes Satire-Magazin. Während des Vatileaks-Skandals zeigte es Papst Benedikt XVI. als Bettnässer. Google zensiert nun ein Titelbild, das einen nackten Jesus zeigt – und Papst Franziskus mit einem Kruzifix im Anus.

Raphael Rauch

«Franziskus in der Zwickmühle», steht auf dem »Titanic«-Titelbild vom Dezember 2020. Wie der «Spiegel» berichtet, zeigt die Zeichnung «den aktuellen Oberhirten Franziskus mit einem Kruzifix im Anus, hinter ihm Jesus, dessen Gemächt unterm Gewand hervorlugt». Die nackte Jesusfigur fragt Franziskus: «Denkst du wieder an IHN?»

Titelbild des Satire-Magazins "Titanic".

Klage gegen Satire-Magazin

Ein offizieller Protest gegen die Verballhornung von Jesus und Heiligem Vater blieb bislang aus. Vor einem Jahrzehnt war das noch anders: 2012 persiflierte die «Titanic» den Vatileaks-Skandal mit Papst Benedikt XVI. als Bettnässer: »Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!«, titelte die «Titanic».

Dagegen klagte die Kirche und erwirkte am Hamburger Landgericht eine einstweilige Verfügung – zog die Klage jedoch wieder zurück.

Aus dem Playstore gelöscht

Nun schweigt die katholische Kirche – dafür stört sich der Internet-Konzern «Google» am nackten Jesus. Bis Mitte Januar gab es im Playstore die «Titanic»-App – doch plötzlich war sie verschwunden.

Wie der «Spiegel» berichtet, hat «Titanic» laut Google «die Anstandsregeln verletzt». Daraufhin versah die »Titanic« Jesu Glied mit einem »Zensiert«-Balken, die App wurde wieder freigeschaltet. «Weil Google inzwischen jedoch bemerkt hatte, dass das unzensierte Originalcover im Januarheft erneut publiziert worden war, warf das Unternehmen die Frankfurter Satiretruppe abermals aus dem Store», schreibt der «Spiegel».


Ausschnitt aus der Titelseite des Satire-Magazins «Titanic». | © Titanic
13. Februar 2021 | 06:42
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