Muris Begovic, Noam Hertig, Maurice Gardiol und  Eric Ackermann (v.li.)  | ©zVg
Schweiz
Muris Begovic, Noam Hertig, Maurice Gardiol und Eric Ackermann (v.li.) | ©zVg

Imam, Rabbiner und Diakon erhalten «Dialogpreis Schweizer Juden»

Bern, 30.5.18 (kath.ch) Ein Preis für drei Religionen: Erstmals ist der «Dialogpreis Schweizer Juden» vergeben worden – An einen Imam, einem Rabbiner, einem Diakon und einem jüdischen Vorbeter. Der Preis soll den Zusammenhalt stärken, wie die Preisverleiher gemeinsam mitteilen.

Der Dialogpreis ist der erste solcher Art. «Der Dialog ist nötig und unverzichtbar, damit Menschen mit unterschiedlichsten Lebensentwürfen zusammenfinden», erklärte Herbert Winter, Präsdent des Schweizerischen israelitischen Gemeindebundes (SIG), dessen Bedeutung. Der SIG und die »Plattform der Liberalen Juden der Schweiz» (PLJS) haben diesen Preis lanciert und vergeben.

Sie fördern seit Jahren den Dialog zwischen Juden, Muslimen und Christen.

Verliehen wurde der Preis dem Imam Muris Begovic und dem Rabbiner Noam Hertig aus der Deutschschweiz, sowie dem protestantischen Diakon Maurice Gardiol und dem jüdischen Vorbeter Eric Ackermann aus der Westschweiz.

Vier Preisträger des Dialogpreises | © zVg

Was haben die vier Männer aus unterschiedlichen Religionen gemeinsam? Alle fördern laut Mitteilung seit Jahren den Dialog und Austausch zwischen Juden, Muslimen und Christen.

Die beiden Deutschschweizer leiteten die erste jüdisch-muslimische Dialogveranstaltung der SIG, der PLJS und der muslimischen Dachverbände «Koordination Islamischer Organisationen Schweiz» (Kios) und Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz (Fids)

Zweimal 10’000 Franken

Die Westschweizer werden laut den Preisverleihern wegen ihrer Arbeit in der interreligiösen Plattform Genf prämiert. Der Dialogpreis ist mit zweimal 10’000 Franken dotiert und wird laut Mitteilung für ein gemeinsames Dialogprojekt eingesetzt werden.

Die vier Preisträger seien der beste Ausdruck für die Überzeugung, dass «eine wahrhaftige, vertiefte Auseinandersetzung mit dem Schöpfer in die Erkenntnis des gottgewollten Friedens und in den religions- und kulturübergreifenden Respekt voreinander» führe, teilte die Fids mit und bedankte sich bei den Verleiher des Preises.

Der Dialogpreis ist nicht ein Preis unter vielen.

An der Preisverleihung im Bierhübeli Bern waren nebst Religionsvertretern auch Politiker wie FDP-Nationalrat Beat Walti, Co-Präsident der Parlamentarischen Gruppe gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Politiker und Kirchenvertreter während der Preisverleihung | © zVg

«Dieser Dialogpreis ist nicht ein Preis unter vielen», so Walti in seiner Laudatio für die Preisträger. «Für mich ist es der richtige und wichtige Preis in einer Zeit, in der Fremdenfeindlichkeit schwelt und Antisemitismus wieder auflodert».

Gemeinsames Fastenbrechen

Abgerundet wurde der Abend «ganz im Sinne des Dialogs», nämlich mit einem gemeinsamen Fastenbrechen von Muslimen, Juden und Christen während dem Ramadan. (ft)

Im Video von SRF werden die Zürcher Preisträger während ihrer Arbeit für den Dialog vorgestellt.

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