Himmelsbriefkasten will Trauernde begleiten
In Diepoldsau steht auf dem Friedhof neuerdings ein «Himmelsbriefkasten». Trauernde können Gedanken und Gefühle dort zu Papier bringen. Die Briefe werden künftig im Osterfeuer der Antoniuspfarrei verbrannt.
Jacqueline Straub
Am Allerheiligentag wurde auf dem Friedhof neben der Antoniuskirche in Diepoldsau SG der neue Himmelsbriefkasten eingeweiht. Gut sichtbar steht er mitten auf dem Friedhof und ist abends beleuchtet.
Zeichen der Erinnerung
«Nach dem Tod eines nahestehenden Menschen bleibt oft vieles ungesagt. Für Trauernde kann es tröstlich sein, Gedanken und Gefühle auszudrücken – etwa in Form eines Briefes an die verstorbene Person oder eines gemalten Bildes», sagt Bernd Bürgermeister, Diakon und Pfarreibeauftragter aus Diepoldsau-Schmitter, gegenüber kath.ch. Diese «Zeichen der Erinnerung» können dann in den Briefkasten eingeworfen werden.
Briefe ins Osterfeuer
Papier und Stifte liegen zwar nicht beim Briefkasten, aber das Pfarrhaus mit Sekretariat und Seelsorgendenbüro befindet sich direkt nebenan. «Bis jetzt wurden nur vereinzelt Briefe eingeworfen», sagt Bernd Bürgermeister. Einen Anstieg an Seelsorgegesprächen könne man noch nicht verzeichnen. Die Briefe und Bilder, die in den Himmelsbriefkasten geworfen werden, bleiben ungelesen und werden künftig einmal im Jahr im Osterfeuer der Antoniuspfarrei verbrannt.
Die Idee, solch einen Briefkasten aufzustellen, kam von einem Kirchbürger. «Er hat im Radio von einem ähnlichen Projekt in einer deutschen Gemeinde gehört», sagt Bernd Bürgermeister.
Der Kirchenverwaltungsrat hat nach Einholung einiger Offerten 6000 Franken gutgesprochen und ins Budget für 2025 aufgenommen. Danach wurde es der Bürgerschaft vorgestellt – und angenommen, sodass im Frühling der Auftrag zum Erstellen des Himmelsbriefkasten erteilt werden konnte.
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