Vatikan

Haftbefehl gegen vom Vatikan angeklagten Manager aufgehoben

Der Oberste Kassationsgerichtshof in Italien hat einen Haftbefehl gegen den vom Vatikan angeklagten Finanzmanager Gianluigi Torzi aufgehoben. Seine Anwälte werteten dies als Zeichen, dass die Anklage haltlos sei.

Medienberichten (Donnerstag) zufolge verwies das Gericht die Angelegenheit zurück an eine niedere Instanz. Dort müsse nun darüber entschieden werden, ob der international wirksame Haftbefehl gegen den in London lebenden Italiener in Kraft bleibe oder nicht.

Begründung folgt

Die Gründe für den Beschluss der Richter werden erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht. Die Anwälte des Managers werteten die vorläufige Aufhebung indes als wichtigen Schritt, um die Unschuld ihres Mandanten zu beweisen. Dies zeige «die Haltlosigkeit der von der vatikanischen Justiz entwickelten Anklage», hiess es in einer Stellungnahme der Anwälte.

In Finanzskandal verwickelt

Torzi ist in einen Finanzskandal des vatikanischen Staatssekretariats verwickelt. Im Juli hatte im Vatikan ein aufsehenerregender Strafprozess begonnen, der die Hintergründe eines verlustreichen Immobiliengeschäfts in London klären soll. Zu den Angeklagten zählt auch Torzi. Ihm wird Erpressung, Unterschlagung, Betrug, Veruntreuung und Geldwäsche vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Rom ermittelt ebenfalls in dieser Angelegenheit; eine eventuelle Auslieferung Torzis aus England in den Vatikan könnte allenfalls über Italien erfolgen. (cic)


Sitz der Vatikanbank IOR (rechts) | © Oliver Sittel
14. Oktober 2021 | 12:10
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