Geschäftsleiterin verlässt Jubla Schweiz: «Kann mich bei klassischen Führungsaufgaben besser entfalten»
Nach einem Jahr als Geschäftsleiterin der Jubla Schweiz gibt Lena Rüegg ihre Stelle auf. Die Leitung einer selbstorganisierten Geschäftsstelle entspreche nicht ihren Stärken, teilt sie mit. Der Entscheid zu kündigen sei ihr aber nicht leichtgefallen.
Regula Pfeifer
«Als ich von dieser freien Stelle erfahren habe, hat es einfach Klick gemacht. Und im Bewerbungsverfahren wurde mir klar: Dafür fange ich Feuer.» Das sagte Lena Rüegg im April letzten Jahres. Sie hatte erst wenige Tage als Leiterin der Geschäftsstelle von Jubla Schweiz hinter sich.
Identifikation mit Jubla-Werten
Die Betriebswissenschafterin erzählte damals, wie sehr die Jubla ihre Kindheit und Jugend geprägt habe. Mit den Werten der Jugendorganisation identifiziere sie sich stark. Berufliche Erfahrung machte sie zuvor beim Kanton Luzern bei der Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen.
Nach knapp einem Jahr teilt sie vor kurzem per Mail ihrem Netzwerk mit, dass sie die Geschäftsstelle von Jubla Schweiz verlasse. «Meine Beweggründe für den Entscheid sind vielschichtig und er fiel mir nicht leicht», schreibt sie. «Mein Wirkungsfeld als Geschäftsleiterin, Hüterin Verband und Coach auf der Geschäftsstelle der Jubla Schweiz ist höchst spannend und äusserst vielseitig.»
Konstruktiv, spannend, abwechslungsreich
Gegenüber kath.ch teilt Lena Rüegg mit, es habe keine Konflikte gegeben. Die Zusammenarbeit mit der ehrenamtlichen Verbandsleitung, den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle und weiteren engagierten Ehrenamtlichen sei «stets konstruktiv» gewesen.
Auch hätten sich ihre Erwartungen und Vorstellungen der inhaltlichen Arbeit «auf jeden Fall bestätigt». Und sie betont: «Die spannende und abwechslungsreiche Arbeit als Geschäftsleiterin gefällt mir nach wie vor sehr.» Sie äussert sich beeindruckt davon, «mit wie viel Herzblut sich die rund 10’000 jungen Ehrenamtlichen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche einsetzen».
Knackpunkt Selbstorganisation
Der Knackpunkt liegt offenbar bei der Art, wie die Geschäftsstelle seit Mitte 2023 organisiert ist. Seit einer Umstrukturierung funktioniere diese selbstorganisiert, so Rüegg. Das habe neue Impulse für Innovation und Effizienz in die Jubla Schweiz gebracht.
«Für mich persönlich habe ich festgestellt, dass ich meine Stärken besser in einem Umfeld mit konventionellen Strukturen und klassischen Führungsaufgaben entfalten kann», sagt Lena Rüegg. Sie war die erste Geschäftsleiterin seit der Reorganisation der Jubla-Schweiz-Geschäftsstelle.
Erfahrungen werden berücksichtigt
Die nun gesammelten Erfahrungswerte werden in die Leitungsstelle einfliessen, so Rüegg im Mail. So sei die Stelle neu mit einem Pensum von 70 bis 100 Prozent ausgeschrieben. Und die effektiven Aufgaben und Verantwortlichkeiten würden gemeinsam mit der Nachfolge festgelegt.
Kein anderes Stellenangebot habe sie zum Entscheid der Kündigung bewogen, sagt Rüegg. Inzwischen hat sie die Zusage für eine neue Stelle.
Die Jubla Schweiz sucht nun eine Nachfolge für die Geschäftsstellenleitung. Die Person sollte «die Jubla Schweiz nach innen vor allem begleitend und beratend leiten und nach aussen repräsentieren», schreibt Lena Rüegg in ihrer Mail an ihr Netzwerk.
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