Georg Gänswein über Vatileaks, Homo-Lobbys und warum Benedikt weiterhin weiss trug
Der langjährige Privatsekretär von Benedikt XVI., Georg Gänswein, widerspricht Gerüchten, wonach Benedikt XVI. 2013 aufgrund von Vatileaks und schwulen Netzwerken zurückgetreten sei. Auch verteidigt er die Entscheidung Benedikts, als emeritierter Papst weiterhin weiss zu tragen: «Auch ein Kardinal behält sein Purpur.»
«Es ist einfach falsch, es ist dumm und es ist nicht zutreffend: Vatileaks, die ganze Frage, das war eine persönliche Enttäuschung. Aber das darf man jetzt nicht zu hoch hängen. (…)
Papst Benedikt selber hat das ja auch einmal gesagt: (Das war) in keiner Weise ein Grund oder ein Element für seine Entscheidung. Das gleiche gilt auch für (…) die sogenannte Homo-Lobbys und so weiter. Das will man haben, weil man damit sozusagen zum Ausdruck bringt: Er ist damit nicht fertig geworden und hat einfach den Bettel hingeschmissen. Das ist einfach nicht zutreffend. (…)
Ein Kardinal, der in den Ruhestand geht oder in die Emeritierung geht, bleibt Eminenz. Ein Papst, Bischof von Rom, der auf das Amt verzichtet, ist Sua Santità. Warum kann er nicht Sua Santità bleiben? Auch ein orthodoxer Patriarch ist Sua Santità. (…) Ein Kardinal behält sozusagen auch seine Biretta und seinen Purpur. Warum kann der Papst nicht auch weiss behalten, wenn man weiss: Es folgt ein Nachfolger, der trägt auch weiss?
Oft wurde gesagt, verwirre. Ich kann das nicht bestätigen. Also ich glaube nicht, dass Menschen verwirrt sind, wenn sie beide sehen und dann nicht mehr wissen, wer ist eigentlich der Richtige oder der Regierende?»
Der langjährige Weggefährte Benedikt XVI., Georg Gänswein, äussert sich in einem Interview der katholischen Wochenzeitung «Die Tagespost». Das halbstündige Gespräch wurde am Montag als Video auf einer Website der Trägerstiftung der «Tagespost» veröffentlicht. Gänswein betont, Benedikt XVI. sei 2013 zurückgetreten «aus Liebe zu Christus und zur Kirche». Und zwar einzig allein, weil seine «Kräfte nicht mehr da sind», wie Benedikt XVI. sagte. (rr)
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