Erzbischof Georg Gänswein (m.), Präfekt des Päpstlichen Hauses, bei einem Gottesdienst am 19. März 2023 in der Kirche Santa Maria Consolatrice in Rom.
Vatikan

Georg Gänswein: Das Geld auf Benedikts Bankkonto steht fünf Cousinen und Cousins zu

Auch Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. hatte ein privates Bankkonto. Das Geld steht fünf Cousinen und Cousins zu, sagt sein langjähriger Privatsekretär Georg Gänswein. Es könnte jedoch sein, dass die Familienmitglieder das Erbe ausschlagen. Schliesslich läuft ein Schadensersatzprozess wegen Vertuschungsvorwürfen.

Der verstorbene Papst Benedikt XVI. hinterlässt sein materielles Erbe fünf Cousins und Cousinen. Das sagte sein langjähriger Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, am Rande eines Pfarreibesuchs in Rom am Sonntagmittag. 

Es geht um das private Bankkonto

Da Gänswein vom Verstorbenen als Testamentsvollstrecker eingesetzt sei, obliege es jetzt ihm, die fünf Erben schriftlich zu fragen, ob sie das Erbe antreten wollen oder nicht.

Weiter sagte Gänswein vor Medienschaffenden, das Erbe umfasse weder die Erträge aus den literarischen Werken des Verstorbenen noch seine persönlichen Dinge. Es gehe lediglich um «das, was vielleicht noch auf dem Konto ist».

Schadensersatzanspruch?

Die Erben Benedikts XVI. wurden in den vergangenen Wochen auch im Kontext eines Schadensersatzprozesses genannt, den derzeit in Deutschland ein Missbrauchsopfer gegen das Erzbistum München und Freising anstrengt. Falls dem Opfer ein Schadensersatzanspruch zugestanden wird, könnten auch die Erben Joseph Ratzingers, der in der fraglichen Zeit Erzbischof von München war, finanziell belangt werden – sofern sie nicht das Erbe zuvor ausgeschlagen haben. (cic)


Erzbischof Georg Gänswein (m.), Präfekt des Päpstlichen Hauses, bei einem Gottesdienst am 19. März 2023 in der Kirche Santa Maria Consolatrice in Rom. | © KNA
19. März 2023 | 15:48
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