Kapuzinerkloster in Brig-Glis | ©  zVg
Schweiz
Kapuzinerkloster in Brig-Glis | © zVg

Gemeinnützige Stiftung kauft Kapuzinerkloster in Brig

Brig-Glis VS, 18.12.17 (kath.ch) Im Kapuzinerkloster Brig-Glis werden im kommenden Jahr Menschen mit einer psychischen Behinderung eine Beschäftigung oder ein Obdach finden. Am Montag wurde zwischen der gemeinnützigen Stiftung Emera und der Schweizerischen Kapuzinerprovinz ein Kaufvertrag unterzeichnet. Die Kapuziner verlassen das Kloster im Verlauf des Monats Januar.

Am 1. Februar geht das Kapuzinerkloster Brig-Glis und der dazugehörige Garten an die Stiftung Emera über, heisst es in einer Medienmitteilung der Kapuziner, die im Anschluss an eine Pressekonferenz versandt wurde. Davon ausgenommen seien die Kirche und der Kapuzinerfriedhof. Das Kloster, zu dem noch neun Kapuziner gehören, werde noch bis Ende Dezember im gewohnten Rahmen geführt. Ab 1. Januar 2018 stellt das Kloster sämtliche Aussentätigkeiten ein. Im Verlaufe des Monats Januar werden die Mitglieder der Gemeinschaft das Kloster verlassen.

Kapuzinerpräsenz geht nach mehr als 70 Jahren zu Ende

«Damit geht eine mehr als 70-jährige Geschichte der Kapuzinerpräsenz im Oberwallis zu Ende», heisst es in der Mitteilung weiter. Das Kloster in Brig wurde 1944 erbaut. Grund für die Schliessung des Klosters sei die generelle Überalterung des Ordens in der Schweiz sowie das Fehlen von jüngeren Brüdern. Der Orden informierte bereits im Mai über diese Entscheidung.

Die Kapuziner Damian Keller (links) und Agostino Del-Pietro mit Jean-Pierre Bringhen (Emera, (2. v. l.) und Politikern | © zVg

Die Stiftung Emera, die Klosterliegenschaft kauft, erbringt seit 1938 Leistungen für Menschen mit einer Behinderung, wie aus den Unterlagen zur Pressekonferenz hervorgeht. 2018 kann die Stiftung ihre Dienstleistungen für Menschen mit einer psychischen Behinderung erweitern, teilte sie am Montag in einem eigenen Pressecommuniqué mit. Durch den Erwerb des Kapuzinerklosters entstünden im Oberwallis neue Beschäftigungsplätze sowie eine neue Wohngruppe. Zudem werde eine bestehende Struktur von acht Betten ins Kloster verlegt. Rund 30 behinderte Menschen werden von dem Projekt profitieren.

Kanton investiert in das Projekt

Die Walliser Regierung hat den Kauf genehmigt. Laut der Stiftung hat der Staatsrat auch die Mittel für den Kauf der Liegenschaft und die notwendigen baulichen Anpassungen bewilligt. «Die öffentliche Hand plant in den kommenden Jahren insgesamt 3,79 Millionen Franken in dieses Projekt zu investieren», schreibt der Kanton Wallis in einer Medienmitteilung vom Montag. Die Umbauarbeiten, die durch die Stiftung Emera ausgeführt werden, sollen bis im Herbst 2018 abgeschlossen sein.

Kapuziner freuen sich über Nachfolgelösung

Man sei «glücklich», mit dem Projekt der Stiftung Emera eine «gute Nachfolgelösung» für das Kloster gefunden zu haben, heisst es in der Mitteilung der Kapuziner weiter. «So schmerzlich für uns Kapuziner der Abschied von Brig-Glis auch ist, das Wissen darum, dass Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, diese Räume bewohnen und beleben werden, ist ein echter Trost.» Für die Kapuziner ist die Stiftung Emera keine Unbekannte. Diese sei bereits seit 30 Jahren mit dem «Home la Tour» im Kapuzinerkloster Sitten eingemietet. Dort bietet die Stiftung behinderten Menschen eine Wohnmöglichkeit.

Die Suche nach einer kirchlichen Nutzung der Liegenschaft war zuvor gescheitert, wie aus der Mitteilung der Kapuziner hervorgeht. (bal)


Kapuziner schliessen Kloster in Brig – ein schmerzhafter Einschnitt

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