Papst Franziskus
Vatikan

Franziskus: Jesus versteht Frieden anders als die Politik

Ein politisch-weltliches Verständnis von Frieden unterscheidet sich laut Papst Franziskus wesentlich von dem des christlichen Glaubens. Frieden nach weltlichen Vorstellungen sei «in Wirklichkeit nur eine Pause zwischen den Kriegen».

Der Friede, den Jesus schenke, sei keiner, «der den Strategien der Welt folgt, die glaubt, ihn durch Gewalt, Eroberung und verschiedene Formen des Zwangs erreichen zu können», sagte das Kirchenoberhaupt am Mittwoch bei der Generalaudienz im Vatikan.

Kein «bewaffneter Friede»

Frieden nach weltlichen Vorstellungen sei «in Wirklichkeit nur eine Pause zwischen den Kriegen». Gottes Friede hingehen «folgt dem Weg der Sanftmut und des Kreuzes: Er ist die Übernahme von Verantwortung für andere», so der Papst. Damit hätten Menschen durchaus Schwierigkeiten. Dies habe sich schon am Palmsonntag gezeigt, als Menschen Jesus zujubelten und ihn Tage später ans Kreuz schrien.

Jeder Krieg, betonte Franziskus, sei daher «unvereinbar mit dem Weg» Jesu. Der Friede, für den Jesus wirbt, «überwältigt andere nicht, er ist niemals ein bewaffneter Friede». Die «Waffen des Evangeliums» seien Gebet, Zärtlichkeit, Vergebung und unentgeltliche Liebe «zu jedem Nächsten». Deshalb ist «die bewaffnete Aggression dieser Tage, wie jeder Krieg, ein Frevel an Gott». In seiner Ansprache warb der Papst daher um «Schritte zur Versöhnung».

Papst dankt Polen für Aufnahme von Flüchtlingen

Gleichzeitig rief Franziskus dazu auf, die Kar- und Ostertage als höchste Feiertage der Christenheit bewusst mitzufeiern. Den Polen dankte er für die Aufnahme vieler ukrainischer Flüchtlinge, die sie in diesen Tagen bei sich aufnähmen. An der Generalaudienz in der wieder nahezu komplett gefüllten vatikanischen Audienzhalle nahmen viele internationale Gruppen teil, die den Papst lautstark und auch mit Sprechchören begrüssten. (cic)


Papst Franziskus | © Oliver Sittel
13. April 2022 | 16:30
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