Festgottesdienst mit Bischof Felix Gmür zum 75-Jahr-Jubiläum der Solothurner Synode
Vor 75 Jahren, am 17. Dezember 1950, fand die Gründungsversammlung der Römisch-Katholischen Synode in Solothurn statt. Dieses Jubiläum wird nun im Rahmen der Frühlings-Synodalversammlung 2026 gebührend gefeiert.
Wolfgang Holz
Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der Festgottesdienst am morgigen Samstag, 7. März, um 11 Uhr in der St.-Ursen-Kathedrale, mit Bischof Felix. Für die festliche musikalische Begleitung sorgen die Singknaben der St.-Ursen-Kathedrale und Domorganist Benjamin Guélat. Zuvor findet die Jubiläums-Synodalversammlung der 107 Delegierten statt.
72 katholische Kirchgemeinden
Die Synode ist der öffentlich-rechtliche Zusammenschluss der 72 römisch-katholischen Kirchgemeinden im Kanton Solothurn. Sie besteht aus der Synodalversammlung (Legislative), in der jede Kirchgemeinde mit mindestens einem Mitglied vertreten ist. Und aus dem Synodalrat, der kirchlichen Exekutive.
Die Synode unterstützt die 72 römisch-katholischen Kirchgemeinden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Sie engagiert sich für den konfessionellen Frieden und unterstützt Anliegen der Ökumene. Und sie hat den zentralen Auftrag, die vom Staat und den Kirchgemeinden zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel optimal einzusetzen, also ein vielfältiges kirchliches Leben personell, räumlich und finanziell zu ermöglichen.
Das wird immer schwieriger. Nicht nur, weil die Kirchensteuern aufgrund von Kirchenaustritten rückläufig sind: Allein 2024 traten 3’062 Personen aus der römisch-katholischen Kirche im Kanton Solothurn aus – bei 71’513 verbleibenden Gläubigen.
Streichung des Kantonsbeitrags
An der Herbstversammlung der Römisch-Katholischen Synode des Kantons Solothurn 2025 war bekanntlich unter anderem das Sparpaket des Kantons Thema. Eine der Sparmassnahmen ist die Streichung des Kantonsbeitrags an die Spitalseelsorge. Der Entscheid der Regierung wurde an der Synodalversammlung emotional diskutiert. Die überkonfessionelle Spitalseelsorge stehe allen Patientinnen und Patienten unabhängig von weltanschaulicher Orientierung zur Verfügung und sie betreue auch das Personal in schwierigen Situationen.
«Die Kirchen müssen Widerstand leisten.»
«Hier zu sparen, wo Menschen mit existenziell schwierigen Herausforderungen konfrontiert sind, ist unverständlich. Die Kirchen müssen Widerstand leisten», kommentiert die Synode damals in einer Mitteilung. Der eigene Beitrag an die Spitalseelsorge war für die Synode unbestritten, sie sah ihn als Teil ihres gesamtgesellschaftlichen Engagements.
Ökumene zentral in Solothurn
Die meisten der Projekte in der Spezialseelsorge der katholischen Kirche im Kanton Solothurn sind ökumenisch ausgerichtet – wie zum Beispiel in der Gehörlosenseelsorge, in der Gefängnisseelsorge oder in der Spitalseelsorge.
Laut Urs Umbricht, seit 2022 Präsident des Solothurner Synodalrats (Exekutive), «gibt es einige Baustellen». Man müsse gut überlegen, wo die Synode einen Handlungsspielraum besitze.
«Der Synodalrat will mit verschiedenen Kommunikationsmitteln aufzeigen, dass die Kirchensteuern vor allem Kultur, Diakonie und Bildung finanzieren. In der Migrationsseelsorge wollen wir den Informationsaustausch, die Akzeptanz und den Austausch fördern», so Umbricht. Insbesondere müssten die Synergien zwischen anderssprachigen Missionen und den Pfarreien besser genutzt werden. Die Synode führt Fachstellen in Religionspädagogik, Kirchenmusik, Diakonie und Jugend.
Fachstellen «wichtige Eckpfeiler»
Gerade die Fachstellen der Synode sind laut eigenem Bekunden «wichtige Eckpfeiler im Alltag der römisch-katholischen Kirchgemeinden im Kanton Solothurn. Mit ihren Strukturen, ihrem Spezialwissen und natürlich mit dem persönlichen Engagement der Mitarbeitenden tragen sie viel dazu bei, dass das Christsein im Kanton Solothurn abwechslungsreich, bunt, spannend und zukunftsgerichtet ist.»
Andererseits ist es laut dem Synodalratspräsidenten schwierig, ehrenamtliche Behördenmitglieder zu finden. «Im Kanton Solothurn existieren viele Kleinst-Kirchgemeinden, deren Unterhalt viel Arbeit erfordert. Deshalb wären Fusionen von Kirchgemeinden sinnvoll. Die Synode fördert diese Stossrichtung. Immer mehr kirchliche Immobilien werden nicht mehr oder nur noch wenig benötigt. Diese Immobilien sind einem anderen Zweck zuzuführen.»
«Die Kirche bietet mit der christlichen Botschaft und den Traditionen auch heute vielen Menschen Halt und Heimat.»
Trotzdem bleibt Urs Umbricht optimistisch, was die Zukunft der katholischen Kirche anbelangt. «Die Werte in der katholischen Kirche sind noch immer die gleichen. Verändert hat sich die Struktur der Kirche und deren gesellschaftliche Bedeutung. Auch wenn die Säkularisierung zunahm, bietet die Kirche mit der christlichen Botschaft und den Traditionen auch heute vielen Menschen Halt und Heimat.»
Bei der Synodalversammlung am Samstag wird Remo Ankli als neues Mitglied des Synodalrats der Römisch-Katholischen Synode des Kantons Solothurn vorgeschlagen. Die Wahl findet gleich statt, wie die Synode mitteilt. Der promovierte Theologe studierte Geschichte und Theologie. Seine politische Laufbahn begann auf kommunaler Ebene als Gemeindepräsident von Beinwil. Ab 2005 war Ankli Mitglied des Solothurner Kantonsrats. Von 2013 bis 2025 gehörte er der Solothurner Kantonsregierung an und stand dem Departement Bildung und Kultur vor. Während seiner Zeit als Regierungsrat war Ankli unter anderem für die Beziehungen des Kantons zu den Landeskirchen zuständig. Zudem präsidierte er die Diözesankonferenz des Bistums Basel und war damit in kirchliche Koordinations- und Entscheidungsprozesse eingebunden. (woz)Remo Ankli neu vorgeschlagen
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