Bischof Benno Elbs
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«Mir sind die Hände gebunden»: Erzbistum Vaduz lehnt Akteneinsicht der Uni Zürich in Sachen Missbrauch ab

Eine Forschungsgruppe der Universität Zürich wollte Personalakten von Geistlichen, die früher in Chur tätig waren. Rechtliche Abklärungen haben nun ergeben, dass das Erzbistum Vaduz solche Personalakten nicht herausgeben darf.

(woz) Das Zürcher Forschungsteam untersucht im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz sexuellen Missbrauch im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz seit Mitte des 20. Jahrhunderts.

Rechtliche Prüfung signalisiert

Im Zuge dieser Arbeit ersuchte es auch das Erzbistum Vaduz um Zugang zu Dossiers von Priestern, die früher dem Bistum Chur angehörten. Das Erzbistum hatte in einer ersten Stellungnahme gegenüber den Forschenden wie den Medien signalisiert, die Anfrage um Akteneinsicht rechtlich prüfen zu lassen, wie der Landespiegel berichtet. 

Diese Abklärung, in die auch die Datenschutzstelle Liechtenstein einbezogen wurde, ist mittlerweile abgeschlossen, wie es in einer Medienmitteilung des Erzbistums Vaduz heisst. Demnach ist eine Einsichtnahme in Personalakten durch eine dritte Stelle gemäss der in Liechtenstein geltenden Rechtslage nicht zulässig.

Verstoss gegen geltenden Datenschutz

Eine Zugänglichmachung von Personalakten für eine Institution aus dem Ausland stelle sowohl einem Verstoss gegen den geltenden Datenschutz wie auch gegen Persönlichkeitsrechte dar. Das Erzbistum Vaduz muss also den Antrag auf Akteneinsicht ablehnen, um den geltenden rechtlichen Rahmen nicht zu übertreten.

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Das Erzbistum Vaduz gehört nicht zur Schweizer Bischofskonferenz. Seine Zuständigkeit beschränkt sich auf das Fürstentum Liechtenstein. Das Erzbistum betont, es unterstütze die wissenschaftliche Aufarbeitung und die Präventionsarbeit gegen sexuellen Missbrauch.

Der Apostolische Administrator Benno Elbs habe 2023 eine unabhängige Ombudsstelle eingerichtet. Diese biete Betroffenen kostenlose und anonyme Beratung an, wie der Landespiegel berichtet. Elbs meinte heute bei der Pressekonferenz: «Mir sind die Hände gebunden.»

Null-Toleranz gegen Missbrauch

Das Forschungsteam wurde seitens des Erzbistums gebeten, Personen mit Bezug zu Liechtenstein auf dieses Angebot hinzuweisen. Das Erzbistum stellt klar: Der Schutz der Opfer hat Vorrang, und es gilt eine konsequente Null-Toleranz-Politik gegenüber Missbrauch.


Bischof Benno Elbs | © kath.ch
7. November 2025 | 15:45
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