Loppacher und Iten gründen «MachtRaum» – um Machtmissbrauch zu verhindern
Stefan Loppacher, Karin Iten und Ute Spiekermann haben eine neue Fachstelle zur Prävention von Machtmissbrauch gegründet und leiten diese auch. Die drei Präventionsfachleute mit Kirchenerfahrung kennen sich bestens aus im Thema. Machtmissbrauch finde dort am einfachsten statt, wo Not oder Sehnsucht bestehen, teilen sie auf der Website mit.
Wolfgang Holz
«MachtRaum ist eine steuerbefreite Non-Profit-Organisation, welche 2024 als Verein gegründet wurde und eine Fachstelle zur Prävention von emotionalem, spirituellem und damit zusammenhängendem sexuellem Machtmissbrauch führt. MachtRaum finanziert sich über Eigenleistungen und Spenden». So lautet das Kurzporträt der neuen Fachstelle auf der entsprechenden Website (www.machtraum.ch).
Drei Personen in Co-Leitung
In Co-Leitung führen Stefan Loppacher, Karin Iten und Ute Spiekermann diese neue Fachstelle. Stefan Loppacher ist studierter Theologe, der in Rom im Bereich «Kirchliches Strafverfahren und sexueller Missbrauch Minderjähriger» promovierte. Von 2019 bis 2024 war er Präventionsbeauftragter des Bistums Chur. Aktuell leitet er die nationale Dienststelle «Missbrauch im kirchlichen Kontext» der römisch-katholischen Kirche. Und er ist als Projektleiter zur Aufarbeitung sexueller Gewalt im kirchlichen Kontext tätig.
Karin Iten ist schweizweit als Präventionsfachfrau bekannt. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen in Führungsfunktionen, in der Erwachsenbildung und der Projektleitung. Aktuell ist sie zu für Ethik, Gleichstellung und Diversität sowie zu Gewaltprävention im Sportbereich tätig.
Churer «Verhaltenskodex»
Iten war bis im Sommer 2023 drei Jahre lang für die Präventionsstelle des Bistums Chur und die sieben Kantonalkirchen im Bistum tätig. Zusammen mit ihrem Kollegen Stefan Loppacher konzipierte sie den «Verhaltenskodex zum Umgang mit Macht zur Prävention von spirituellem Missbrauch und sexueller Ausbeutung», der unterdessen auch in anderen Diözesen adaptiert wurde. Für die konkrete Umsetzung dieses neuen Kodex führte das Team Iten-Loppacher zahlreiche Präventionskurse für das kirchliche Personal durch.
Ute Spiekermann ist die Dritte im Bunde. Sie kennt sich ebenfalls sehr gut aus in der Prävention von sexuellem, emotionalem und spirituellem Missbrauch. Sie blickt auf eine langjährige Erfahrung in der Erwachsenenbildung und in der Grossgruppenmoderation. Aktuell wirkt sie als Präventionsbeauftragte der reformierten Kirche Aargau.
Drei Mitarbeiterinnen
Zudem verfügt das Co-Leitungsteam über drei Mitarbeiterinnen: Natalie Barker-Ruchti, Andrea Gehrig und Ursula Willi. Den Vorstand des Vereins bilden Rechtsanwalt Christoph Erdös und Germanistin und Kirchenhistorikerin Cornelia Schnabel zusammen.
Workshops und Beratungen
Die neue Fachstelle Machtraum will überall dort präsent sein, «wo Machtgefälle bestehen und Menschen verletzlich sind: im Kulturbereich, im kirchlichem Kontext, im Gesundheitssektor, im Sportbereich, im Kinder-, Jugend- und Behindertenbereich, in der Betagtenbetreuung, in Schul- und Bildungssektor aller Stufen, im Asylbereich, in familienergänzenden Angeboten oder im Lehrlingsbereich», wie es auf der Website heisst. Als «WerkZeuge» stehen vor allem Workshops und Beratungen im Angebot.
Wobei die Grundhaltung des Vereins darin besteht, dass «die Würde des Menschen unantastbar ist.» Demütigung – ob emotional, spirituell oder sexuell – dürfe keinen Platz haben.
«Was simpel tönt, ist alles andere als einfach – insbesondere, wenn Machtgefälle bestehen. Macht kann ermöglichen, aber auch entwürdigen. Macht bedingt das gute Mass», heisst es wörtlich weiter in der Grundhaltung des Vereins. Macht müsse reflektiert, gestaltet und geteilt werden, um die Würde aller zu wahren.
«Machtmissbrauch findet dort am einfachsten statt, wo Not oder Sehnsucht besteht – an vielen Orten. Deshalb braucht jede Organisation ein beherztes und systemisches Risikomanagement, um Safe Spaces für alle Menschen zu schaffen.»
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