Katholische Kirche von Gaza nach dem Angriff
International

Drei Tote bei Angriff auf Kirche in Gaza-Stadt – viel Betroffenheit

Nach dem Angriff auf die einzige katholische Kirche in Gaza-Stadt ist ein dritter Mensch seinen Verletzungen erlegen. Kirchenvertreter fordern ein Ende des Kriegs und den Schutz von Zivilisten und heiligen Stätten. Die israelische Armee spricht von einem «Unfall».

Andrea Krogmann (KNA)

Nach einem Angriff auf die einzige katholische Kirche in Gaza-Stadt ist ein weiterer Mensch ist seinen Verletzungen erlegen. Bei dem dritten Opfer handelt es sich um eine etwa 70-jährige Frau, bestätigte Caritas Jerusalem am Donnerstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Zum Zeitpunkt des Angriffs habe sie in einem Caritas-Zelt auf dem Pfarreigelände psychosoziale Unterstützung gesucht.

Pfarrer Romanelli leicht verletzt

Zuvor waren der Tod des 60-jährigen Hausmeisters der Pfarrei sowie einer 84-Jährigen bestätigt worden, die sich ebenfalls in dem Caritas-Zelt aufgehalten hat. Alle drei starben nach Kirchenangaben an ihren schweren Verletzungen. Von neun weiteren Verletzten befinden sich demnach einer in kritischem und zwei weitere in ernstem Zustand.

Gabriel Romanelli, katholischer Pfarrer von Gaza, im Gazastreifen am 22. Juni 2022.
Gabriel Romanelli, katholischer Pfarrer von Gaza, im Gazastreifen am 22. Juni 2022.

Der Pfarrer der Gemeinde, der argentinische Ordensmann Gabriel Romanelli, erlitt leichte Verletzungen. In der Pfarrei leben derzeit den Angaben zufolge rund 500 Binnenflüchtlinge.

Forderung nach Kriegsende

Der Angriff der israelischen Armee ereignete sich nach Angaben des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem am Donnerstagmorgen gegen 10.20 Uhr. Dabei traf eine Granate die Kirche und richtete grossen Schaden an. In einer Stellungnahme verurteilte das Patriarchat den «Angriff auf unschuldige Zivilisten und einen heiligen Ort aufs Schärfste».

Sie forderten die Verantwortlichen auf, sich für ein Ende des Kriegs einzusetzen. Die Tragödie in der katholischen Kirche von Gaza-Stadt sei «nicht grösser oder schrecklicher als die vielen anderen, die Gaza heimgesucht haben». Vielmehr seien «Tod, Leid und Zerstörung» allgegenwärtig im Gazastreifen.

Papst in tiefer Trauer

Papst Leo XIV. äusserte tiefe Trauer über die Opfer. In einem am Donnerstag vom Vatikan veröffentlichten Telegramm rief er zum sofortigen Waffenstillstand auf und versicherte den Gläubigen in Gaza seine geistliche Nähe.

Betroffenheit äusserten auch die Italienische Bischofskonferenz sowie der Vorsitzende der Bischofskonferenz von England und Wales, der britische Kardinal Vincent Nichols. «Zwanzig Monate lang war die Kirche der Heiligen Familie ein Ort der Zuflucht und der spirituellen Unterstützung inmitten der Schrecken des Krieges und versorgte Hunderte von Menschen mit Nahrung und Schutz», so Nichols, der der Gemeinde und den in ihr schutzsuchenden Christen und Muslimen seine Solidarität angesichts des «entsetzlichen Angriffs» aussprach.

«Dem allgegenwärtigen Sterben und der alles verschlingenden Gewalt muss Einhalt geboten werden», sagte auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing am Donnerstagabend. «Es ist ein ausdrucksstarkes Symbol, dass sie einen Ort getroffen hat, der inmitten von Krieg und Zerstörung Hunderten Schutzsuchenden Zuflucht bietet. Auch dieser Raum des Friedens ist nicht verschont geblieben.» Daraus werde deutlich: «Inmitten des andauernden Bombardements gibt es keine sicheren Räume mehr.»

Armee spricht von Unfall

Der Einschlag in der einzigen katholischen Kirche von Gaza am Donnerstagmorgen war nach Angaben der israelischen Armee ein Unfall. Eine erste Untersuchung deute darauf hin, dass Fragmente einer Granate «versehentlich die Kirche getroffen haben», so die Armee am Donnerstagabend. Bei dem Einschlag waren mindestens drei Menschen getötet und neun weitere verletzt worden, einige von ihnen schwer.

Das israelische Aussenministerium betonte in Sozialen Medien, das Israel «niemals Kirchen oder religiöse Stätten» angreife.

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Katholische Kirche von Gaza nach dem Angriff | © Instagram
18. Juli 2025 | 09:00
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