Die «Woche der Religionen» dreht sich um Schönheit, Brot und Körper
Zürich, 29.10.18 (kath.ch) An der diesjährigen «Woche der Religionen» fokussieren viele Anlässe auf ein ausgewähltes Thema. Etwa auf das Brot in den Religionen, den Umgang mit Körperlichkeit, die Heiligkeit und die Schönheit. Die Anlässe finden schweizweit vom 3. bis 11. November statt. Koordiniert wird die Woche vom Verein Iras Cotis.
«Wenn Gott und Körper sich begegnen», davon handelt ein interreligiöses Frauengespräch in der Offenen Kirche Elisabethen in Basel am Mittwoch, 7. November – als Anlass im Rahmen der Woche der Religionen. «Christentum, Judentum und Islam sehen den menschlichen Körper als von Gott geschaffen, als gut und schützenswert an. Aber es gibt auch grosse Unterschiede im Umgang mit Körperlichkeit zwischen den drei Religionen und auch zwischen den Auslegungstraditionen innerhalb der jeweiligen Religion», heisst es in der Programmvorschau.
Wie haben es die Religionen mit der Lust?
Leicht provokativ wird die Frage angefügt: «Sind Religionen körperfeindlich, wie ihnen oft vorgeworfen wird, oder haben sie gar das Potential, dem von Medien und Gesellschaft diktierten normierten Körperideal ein freieres, gelasseneres und lustvolleres Verhältnis zum Körper entgegenzustellen?»
In der Benediktinerinnen-Abtei Hermetschwil kommt am 8. November – nach dem Besuch der Kloster-Hostienbäckerei – das Brot im Judentum, Christentum und Islam zur Sprache. In der Villa Ritter, einem Jugendtreff in Biel, diskutieren am 7. November junge Menschen über Religionen und Zusammenleben.
Im Zwinglihaus Basel äussern sich am 8. November verschiedene Religions-Vertreterinnen und Vertreter zur Frage: «Wie neutral ist der Staat?» Und im Forum Schweizer Geschichte in Schwyz diskutiert Annette Böckler am 11. November mit einem Imam und einem hinduistischen Kulturvermittler über «Heilige in den Weltreligionen.» Böckler leitet am Zürcher Institut für Interreligiösen Dialog den Fachbereich Judentum.
Die Nacht der Schönheit
Die «Nacht der Religionen» in Bern am 10. November widmet sich der Frage «Was ist schön?». Dabei stellt eine Veranstaltung im Zentrum Paul Klee zur Diskussion: «Sollen Kunst und Religion schön sein?» Oder vielmehr «echt», «wahr», «gesellschaftsrelevant»?
Und: was heisst überhaupt schön in den verschiedenen Kulturen, Kunstrichtungen und Religionen? Ein Imam, ein katholischer Theologe und zwei reformierte Pfarrer versprechen für diesen Abend: «Erleben Sie das Schöne im Islam und im Christentum mit allen Sinnen…»
Offene Türen zu sakralen Räumen
Ausserdem können sich Interessierte an Exkursionen, Essensanlässen, Feiern, Musik- und Tanzanlässen in verschiedenen Ortschaften vor allem der Deutsch- und Westschweiz beteiligen. Zudem öffnen auch dieses Jahr Moscheen, Tempel, Kirchen und Synagogen ihre Türen.
Die «Woche der Religionen» findet wie jedes Jahr in der ersten Novemberwoche statt, dies seit 2007. Sie gilt als «Plattform des interreligiösen Dialogs und der kulturellen Begegnung in der Schweiz», wie die Koordinatorin des Anlasses, die interreligiöse Arbeitsgemeinschaft der Schweiz, Iras Cotis, in einer Mitteilung festhält. (rp)
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