Seifenblasen | © pixabay.com
Schweiz
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Die eigene Filterblase sprengen

Freiburg, 14.12.18 (kath.ch) An der Tagung zum «Mission Manifest» prallten dessen Befürworter und Kritikerinnen aufeinander. Und kamen ernsthaft miteinander ins Gespräch. Das verdient Respekt, findet Redaktionsleiterin Sylvia Stam in ihrem Kommentar.

Das «Mission Manifest» polarisiert. Die einen stossen sich an der Zweiteilung der Welt in gute Gläubige und missionsbedürftige Ungläubige, wie sie das Manifest nahelegt. Sie wehren sich dagegen, dass die Verkündigung des Evangeliums als neue Notwendigkeit dargestellt wird, als habe das bisher in Kirchen, Schulen oder Familien nicht stattgefunden. Sie befürchten eine Indoktrinierung von Andersgläubigen und kritisieren die Jesus-Zentriertheit des Manifests.

«Sie wundern sich über die Heftigkeit der Kritik.»

Andere freuen sich, dass endlich etwas geschieht. Sie sind erleichtert, dass man nun über den Glauben spricht, und dass dank dem Manifest die Mission nicht länger ein Tabuthema ist. Dass der Apfelbaum des Glaubens auch Äpfel tragen darf, wie es Magdalena Hegglin, ehemalige Präsidentin von Adoray, in ihrem Referat bildhaft formulierte. Sie wundern sich über die Heftigkeit der Kritik, wo sie doch bloss von der Hoffnung sprechen, die sie erfüllt.

Während die einen den theologischen Gehalt des Manifests vermissen, weisen andere nach, dass der darin verwendete Missionsbegriff ganz auf der Linie von Papst Franziskus ist.

«Menschen, die sich sonst nie treffen»

An der Tagung waren alle diese Stimmen zu hören, auf den Podien ebenso wie beim Mittagessen. Mehr noch: Diese unterschiedlichen Stimmen kamen miteinander ins Gespräch. Das Manifest hat damit eine Auseinandersetzung über christliche Sendung und über das Sprechen vom Glauben angeregt. Hier haben sich Menschen getroffen, die sich sonst nie treffen, weil jeder mit seiner Meinung in seiner eigenen Filterblase lebt, wie eine Teilnehmerin sagte.

Diese gesprengt zu haben, ist auch das Verdienst der Initianten des Manifests. Und das verdient – bei aller Kritik – Respekt.

 

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