Gregor Maria Hanke, Bischof von Eichstätt (D), hielt an der Weihe fest. | © pde / Christian Klenk
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Gregor Maria Hanke, Bischof von Eichstätt (D), hielt an der Weihe fest. | © pde / Christian Klenk

Deutsche Juden kritisieren Weihe eines Priesters

Eichstätt, 22.4.18 (kath.ch) Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hat am Wochenende drei junge Männer zu Priestern geweiht. Unter den Kandidaten war ein 30-Jähriger aus dem Erzbistum Bamberg, der vor fünf Jahren nach antisemitischen Vorfällen aus dem Würzburger Priesterseminar entlassen worden war. Er hatte KZ-Witze erzählt und Adolf Hitler parodiert. Mittlerweile bedauerte er sein Verhalten und bat auch öffentlich um Entschuldigung.

Am Vortag der Weihe bekräftigte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, in mehreren Medien seine Kritik an der Entscheidung des Eichstätter Bischofs. «Das gute Verhältnis, das Miteinander der katholischen Kirche mit jüdischen Gemeinden in Deutschland sind durch diesen Vorgang geschädigt», sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Schuster hält es nach eigenem Bekunden für nicht glaubwürdig, dass der Diakon seine Einstellung geändert habe.

Akt der Reue vor einem Monat

Vor einem Monat hatte der 30-Jährige erstmals öffentlich Reue über die Vorfälle bekundet. Gegenüber Journalisten sprach er von «Bockmist» und bat die von ihm verletzten Menschen um Verzeihung. Er sei weder Antisemit noch Ausländerhasser oder Rechtsradikaler und habe inzwischen viel dazugelernt.

Aus Sicht der Vorgesetzten hat sich der Kandidat bewährt, dies werde auch durch mehrere Gutachten untermauert. Der Bischof rechtfertigte die Diakonenweihe 2017 damals als «Akt der Barmherzigkeit». Die Kirche könne sich mit Fehlverhalten nicht abfinden, es müsse aber ihr Anliegen sein, «dass Menschen sich verändern, sich wandeln». Im Nachgang kam es zu einer Aussprache zwischen Hanke und Schuster.

Zentralratspräsident fühlt sich getäuscht

Dessen ungeachtet fühlt sich der Zentralratspräsident nach eigenen Worten bis heute getäuscht. Verantwortliche der Diözesen Würzburg und Bamberg hätten ihm seinerzeit zugesichert, dass der entlassene Kandidat nicht mehr durch den «Hintereingang» in ein anderes Priesterseminar aufgenommen werden könne.

«Wir werden und wurden nicht zu Priestern geweiht, weil wir heilig und vollkommen sind.»

Hanke sagte in seiner Predigt zur Bischofsweihe, Priester seien keine Behördenchefs und sollten sich nicht durch Leistung und Erfolg definieren. «Wir werden und wurden nicht zu Priestern geweiht, weil wir heilig und vollkommen sind», so der Bischof. «Wer sich klein und bedürftig weiss wie ein Kind, wer Hunger nach Wachstum seines Menschseins nach Christi Vorbild und nach der Gnade in sich trägt und bereit ist, Gott als seinen Vater und Trainer anzunehmen, der kann geweiht werden.» (kna)

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