Hansruedi Huber, Kommunikationsverantwortlicher  Bistum Basel | © 2015 zVg
Schweiz
Hansruedi Huber, Kommunikationsverantwortlicher Bistum Basel | © 2015 zVg

Der neue Sprecher von Bischof Gmür: «Dieser Job ist für mich eine Art Berufung»

Solothurn, 3.2.2015 (kath.ch) Wer ist Hansruedi Huber, der neue Kommunikationsverantwortliche des Bistums Basel? Im Interview mit kath.ch verrät Huber, dass er früher in der Kommunikation grosser Firmen tätig war, aber Mühe mit der ständigen Gewinnmaximierung bekam. Von seiner neuen Aufgabe für die Kirche erhofft er sich mehr Werteorientierung. Der Nachfolger von Adrienne Suvada ist Mitglied der Fokolarbewegung und beginnt seinen Job als Sprecher von Bischof Felix Gmür am 1. März 2015.

Regula Pfeifer

Was ist Ihre Motivation für die neue Aufgabe?

Ich möchte einen Beitrag leisten, damit sich die Kirche an veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen anpassen kann.

Wie meinen Sie das?

Das Bistum Basel stellt auf Pastoralräume um. Es befindet sich also in einem Restrukturierungsprozess. Das benötigt ein Change Management und kommunikative Unterstützung. Solche Vorgänge und Dynamiken kenne ich gut aus meiner Tätigkeit in der Unternehmenskommunikation. Auch in der Wirtschaft habe ich an Restrukturierungsprozessen mitgewirkt und gesehen, wie zentrale und dezentrale Strukturen aufeinander wirken. Insofern unterscheidet sich eine kommunikative Unterstützung von Wirtschaftsexponenten prinzipiell kaum von jenen eines Bischofs. Die Inhalte sind aber, so hoffe ich, anders.

Werden Sie dem Bischof Tag und Nacht zur Verfügung stehen?

Das haben wir nicht explizit abgemacht. Implizit ist für mich klar, dass die Arbeitszeiten punktuell intensiv sein können und auch mal ein Wochenende davon tangiert ist.

Sie waren bei der Swissair. Haben Sie das Grounding miterlebt?

Nein, ich war vorher bei der Swissair, in den guten Zeiten, als das Unternehmen seine Beteiligungen ausbaute. Aber schwierige Situationen habe ich immer wieder erlebt, insbesondere Restrukturierungen, bei denen Mitarbeitende entlassen wurden.

Welchen Bezug zur Kirche haben Sie?

Einen emotionalen. Mit der neuen Aufgabe verbinde ich auch idealistische Vorstellungen. Das ist für mich nicht irgendein Job, sondern eher eine Art Berufung.

Hat Ihnen das bisher gefehlt?

Lange nicht. Aber mit der Zeit missfiel mir, meine Beziehungen fürs Unternehmen verwerten zu müssen und immer den Sharehoulder Value im Blick zu haben. In den letzten Jahren spitzte sich die Situation zu. Grundsätzlich stört mich, dass die Unternehmen immer mehr Gewinn machen, die Mitarbeitenden jedoch kaum davon profitieren. Zudem ist Loyalität zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern kaum mehr gefragt. Da wuchs bei mir das Bedürfnis nach einem Perspektivenwechsel.

Wie sind Sie in der Kirche engagiert?

Mein Engagement für die Kirche hatte immer wieder neue Akzente. Als Jugendlicher war ich Ministrant, als Erwachsener im Pfarreirat, und danach erlebte ich die Sakramente meiner Kinder mit. Und ich bin Mitglied der Fokolarbewegung.

Wie sehen Sie dem Start am 1. März entgegen?

Trotz meiner 20-jährigen Kommunikationserfahrung habe ich grossen Respekt vor der neuen Aufgabe. Das Bistum mit seiner langen Geschichte und Tradition möchte ich erst gut kennen lernen.


 

Von der Swissair und SRG zur Kirche

Hansruedi Huber studierte Betriebswirtschaft und Kommunikationswissenschaft in Bern und Freiburg im Üchtland. Nach einer Weiterbildung zum PR-Berater war er während zwanzig Jahren leitend in der Unternehmenskommunikation von Firmen und Institutionen tätig, etwa der Swissair, der SRG, Philip Morris, der Krankenkasse Sympany Group und dem Berner Bildungszentrum Pflege. Seine Aufgabe als Kommunikationsverantwortlicher für das Bistum Basel beginnt er am 1. März 2015. Huber wohnt mit seiner Familie in Wangen bei Olten.

 

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