Gottfried Locher  |© Maurice Page
Schweiz
Gottfried Locher |© Maurice Page

«Der christliche Glaube ist Garant, nicht Gefahr für die Mündigkeit»

Bern, 6.6.17 (kath.ch) «Jedes Kind, jeder Jugendliche stellt religiöse Fragen. Sie sind unablässig für eine aufgeklärte Entfaltung und Entwicklung.»

Das sagt Kirchenbundspräsident Gottfried Locher laut einer Mitteilung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK). Der Kirchenbund weise in seiner Vernehmlassungsantwort die pauschale Auffassung zurück, dass Jugendorganisationen mit starker religiöser Ausprägung eine Gefahr für die Entwicklung der Jugendlichen darstellten, heisst es in der Mitteilung vom 6. Juni weiter. Vielmehr verletze der Ausschluss von gläubigen Jugendlichen aus J+S-Angeboten deren Religionsfreiheit. Der Staat missachte hier seine Neutralitätspflicht, «da er in unzulässiger Weise Partei ergreift», so die Mitteilung.

Hintergrund ist der Entscheid des Bundesamts für Sport (Baspo) vom 21. März, die Zusammenarbeit mit zehn freikirchlichen Verbänden per Ende 2017 zu kündigen, die Verbände also nicht weiter finanziell zu unterstützen. Das Baspo begründete seine Haltung damit, dass bei den stark religiös geprägten Organisationen die Glaubensvermittlung und nicht die Entwicklung der Jugendlichen im Zentrum stehe.

Gegen den Ausschluss hatten sich 26’195 Personen in einer Petition ausgesprochen, welche die Lagersport-Trekking-Verbände am 26. April Bundesrat Guy Parmelin überreichten. Für den 1. Juli ist dazu eine Kundgebung auf dem Bundesplatz in Bern geplant. (rp)

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