Laura Quadri | © Regula Pfeifer
Schweiz
Laura Quadri | © Regula Pfeifer

Das «Mannschaftsspiel» kennen gelernt

Zürich, 27.4.18 (kath.ch) Laura Quadri (27) hat für drei Tage den Alltag der Redaktion kath.ch miterlebt und berichtet über ihre Erfahrungen. Die Absolventin der Universität Lugano arbeitet seit einem Jahr auf der Redaktion catt.ch in Lugano.

Die Zeit bei kath.ch hat mir gutgetan. Ich habe die Redaktion während fast drei ganzen Arbeitstagen miterlebt: von der redaktionellen Morgensitzung, bei der man die aktuelle Lage anschaut, bis zur Veröffentlichung von Nachrichten auf der Webseite und in den Sozialen Medien. Die leitende Redaktorin Sylvia Stam hat mich sehr nett empfangen und in groben Zügen erklärt, wie die interne Organisation zwischen den Redaktoren abläuft.

Dank dem Organisationsprogramm Trello wird die Redaktion kath.ch tatsächlich zu einer «Mannschaft»; man merkt, dass die Zusammenarbeit eng ist. Auch ich muss in meiner täglichen Arbeit dieses «Mannschaftsspiel» umsetzen lernen.

Unsere Tessiner Redaktion catt.ch ist anders aufgebaut als die Redaktionen der katholischen Medienzentren der Deutsch- und der Westschweiz. Sie strebt nicht wie diese eine tägliche eigene Nachrichtenproduktion an. Unsere Schwerpunkte sind Radiosendungen, die wir gemeinsam mit dem öffentlich-rechtlichen Radio umsetzen. Dazu gehört die Religionssendung «Strada Regina», die am Samstagabend über RSILA1 ausgestrahlt wird, und die Radioübertragung «Chiese in Diretta» (Kirchen live), die am Sonntagmorgen auf «Rete Uno» gesendet wird.

Dringendes per Chat besprechen

Da wir eine kleinere Redaktion sind, treffen wir uns zwar jeden Morgen, halten aber nur eine Sitzung pro Woche ab, meist am Mittwochnachmittag. Bei redaktioneller Dringlichkeit versuchen wir alle Redaktionsmitglieder über den Chat-Dienst Comec auf Whatsapp zu erreichen. So können wir Informationen rasch übermitteln und Ideen und Denkanstösse austauschen. Zwischen unseren Produkten gibt es Interaktion. So weisen wir auf catt.ch etwa auf Radio- und Fernsehsendungen hin.

Auf der Redaktion kath.ch hat mich vor allem die Produktion von Nachrichten überrascht. Alle kümmern sich sehr sorgfältig um kleinste Details, vom Foto, das hinzugefügt wird, bis hin zum Text. Man spürt, dass die Redaktion auf der Seite der Leserinnen und Leser steht. Sie macht nicht einfach ihre Arbeit, sondern einen Dienst von öffentlichem Nutzen. Ein Journalist muss mit Leidenschaft, Ernsthaftigkeit und viel Kreativität arbeiten. Die Erfahrung hier zeigt mir, dass ich da investieren muss. Ich bin ja erst am Anfang meiner beruflichen Laufbahn.

Die Redaktion kath.ch kommuniziert vor allem über die Sozialen Medien mit ihren Leserinnen und Lesern. Ich möchte dazu anregen, eine Whatsapp-Gruppe zu bilden. Ich bin täglich für die Usergruppe von catt.ch zuständig und kann sagen: Mich begeistert es, mich so direkt mit den Leserinnen und Lesern auszutauschen. Wenn sie dir danken für eine Nachricht, die sie besonders interessant fanden, ist das eine schöne Befriedigung. Über diesen Kanal erhalten wir auch in Echtzeit Kommentare zu den Beiträgen unserer Blogger.

Blogger dürfen bei kath.ch selbst publizieren

Betreffend Blogs sehe ich einen grundsätzlichen Unterschied zwischen den beiden Redaktionen. Bei kath.ch dürfen die Blogger ihre Beiträge direkt publizieren – ohne diese zuvor der Redaktion zugesandt zu haben. Und sie können selbstständig auf derselben Webseite auf die Kommentare der Leserinnen und Leser reagieren. Diese Möglichkeit könnten auch wir auf unserer Redaktion in Lugano diskutieren.

Allerdings haben die Blogger auf unserer Webseite einen viel höheren Stellenwert. Ihre Beiträge sind die einzigen, die extra für die Webseite redaktionell bearbeitet werden. Die Nachrichten hingegen werden fast immer aus anderen Quellen übernommen. Dazu gehören italienischsprachige Webseiten wie «Vatican News» oder die Agentur Sir, aber auch «Vatican insider», die Online-Seite, welche die Zeitung «La Stampa» der Kirchenwelt widmet. Die lokalen Nachrichten werden meist auf der Webseite des «Giornale del Popolo» behandelt, der einzigen katholischen Tageszeitung der Schweiz. Wir von catt.ch übernehmen den Anfang der Nachricht von dort und setzen den Link auf die Zeitungs-Webseite. Manchmal übernehmen wir auf catt.ch auch Online-Videos von Caritas Ticino, einem anderen katholischen Medienprodukt der italienischen Schweiz.

Was ich mir für die Zukunft von catt.ch wünsche? Dass wir uns noch mehr gegenüber der italienischsprachigen Bevölkerung in der ganzen Schweiz öffnen – auch dank einer Zusammenarbeit mit kath.ch und cath.ch. Die Tage, die ich eben in Zürich auf der Redaktion kath.ch verbracht haben, sind erst ein Anfang davon.

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