Jean-Marie Lovey, Bischof von Sitten
Schweiz

Bistum Sitten: Tiefes Bedauern über unerlaubte Bischofsweihen

So wie der Vatikan äussert auch das Bistum Sitten «tiefes Bedauern und grosse Sorge» über die Bischofsweihen der Piusbruderschaft in Ecône, die im eigenen Gebiet stattfanden. Die Beteiligten sind exkommuniziert.

Regula Pfeifer

«Der Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, und die Gemeinschaft der Gläubigen der Diözese schliessen sich voll und ganz den Worten an, die Papst Leo XIV. am 29. Juni, in seinem Brief an den Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX), Abbé Davide Pagliarani, geäussert hat», heisst es in einem Schreiben des Bistum Sitten an seine Seelsorgenden.

Bistum mit Papst solidarisch

In jenem Brief forderte Leo XIV. die Bruderschaft auf, von ihrem Vorhaben Abstand zu nehmen. Er tat dies mit den Worten: «Ich fordere Sie eindringlich auf, das geistliche Wohl der Gläubigen sorgfältig zu bedenken, denn die schismatische Handlung, die Sie zu vollziehen beabsichtigen, würde sie des rechtmässigen, ja in manchen Fällen sogar gültigen Empfangs der Sakramente berauben, die sie lieben und für ihre Heiligung suchen (…) Ich bete für Sie, denn das Zerreissen des nahtlosen Gewandes Christi ist eine Sünde von äusserster Schwere.»

Dieser Aufforderung zum Trotz weihte die Piusbruderschaft am Mittwoch vier neue Bischöfe. Darunter befindet sich auch der Schweizer Pascal Schreiber, der einer katholischen Familie aus dem Aargau entstammt. Er trat 1992 ins Priesterseminar der Piusbrüder im Bayerischen Zaitzkofen ein, wurde 1998 in Ecône zum Priester geweiht und leitet seit 2020 das Seminar in Zaitzkofen, wo rund 50 angehende Priester und Brüder aus 16 Ländern ausgebildet werden. Wie der Vatikan am Donnerstagmorgen bestätigte, sind alle Beteiligten nun exkommuniziert.

Gebet für beunruhigte Gläubige

Das Bistum Sitten «bedauert zutiefst, dass diese wiederholten Aufrufe des Papstes zur Einheit und zum Dialog kein Gehör gefunden haben», schreibt es weiter. Es schliesse insbesondere die von diesen Ereignissen beunruhigten Gläubigen in seine Gebete ein und lade sie ein, in der Gemeinschaft der Kirche zu verbleiben. Die vom Vatikan verbotenen Bischofsweihen fanden auf dem Gebiet des Bistums Sitten statt.

Paul Martone, Sprecher des deutschsprachigen Teils des Bistums war bereits im Vorfeld davon ausgegangen, dass es bezüglich Bischofsweihen zu keiner Einigung der Piusbruderschaft mit dem Vatikan kommen werde.

Erlaubte lateinische Messen

Gleichzeitig erwähnte er, dass das Bistum selbst Gottesdienste im lateinischen Ritus anbietet. Solche fänden einmal im Monat in Saint-Pierre-de-Clages im Unterwallis statt. Und sie geschähen «in der Einheit mit der römisch-katholischen Kirche.» Also können Walliser Gläubige, die Messen in lateinischer Sprache bevorzugen, vom Vatikan anerkannte Messen zu besuchen. Auch Martone selbst steht diesen lateinischen Messen teilweise vor.

Das Bistum Sitten bekräftigt in seinem Schreiben weiter sein «unerschütterliches Bekenntnis zur kirchlichen Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl.» Diese Gemeinschaft werde im Glauben und in der Nächstenliebe gelebt. Die verbotenen Bischofsweihen der Piusbruderschaft seien eine «schmerzhafte Prüfung» dieser Gemeinschaft gewesen.

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Jean-Marie Lovey, Bischof von Sitten | © Bernard Hallet
2. Juli 2026 | 11:59
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