Bischof unterstützt Hilfsportal für Priesterkinder
Dublin/Freiburg, 30.8.17 (kath.ch) Ein in Irland eingerichtetes Selbsthilfe-Portal für Kinder katholischer Priester wird offenbar rege genutzt. Laut einem Bericht der «Irish Times» von Mittwoch greifen Betroffene «aller Altersgruppen und aus aller Welt» auf die Website zu.
Wie Portalgründer Vincent Doyle der Tageszeitung mitteilte, loggten sich allein seit Mitte August mehr als 1000 Menschen ein. Die bisher mehr als 38’000 registrierten Klicks stammten aus 53 Ländern. Zu den Nutzern zähle eine Frau Ende 80 aus Boston ebenso wie die Mutter eines dreijährigen Kindes aus den Philippinen.
Die ehemalige Präsidentin des Vereins der vom Zölibat betroffenen Frauen-Schweiz (Zöfra), Gabriella Loser Friedli, erklärte gegenüber kath.ch: «Wir warten schon lange darauf, dass die Betroffenen an die Öffentlichkeit gehen und auch gehört werden.» Wichtig sei, dass dieses Outing auch etwas auslöse. Bisher vermisst die ehemalige Zöfra-Präsidentin konkrete Schritte von Schweizer Oberhirten.
Irische Richtlinien
Das Hilfsportal in Irland wird vom Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, finanziert. Gemäss Loser Friedli ist es einmalig, dass ein aktiver Bischof sich nicht nur ideell, sondern auch finanziell derart für die Sache der Priesterkinder einsetze.
Die katholische Kirche Irlands hatte kürzlich Richtlinien zum Umgang mit dem Thema Priesterkinder erlassen. Demnach sollen sich Priester, die den Zölibat gebrochen und Kinder gezeugt haben, ihrer Verantwortung «rechtlich, moralisch und finanziell stellen». «Das Kindeswohl steht an vorderster Stelle», heisst es in dem Ende Mai von den irischen Bischöfen verabschiedeten Dokument.
Uno-Intervention
Das Portal rät Betroffenen, sich zuerst mit dem Diözesanbischof in Verbindung zu setzen. Erhalten sie eine abschlägige Antwort, so rät das Portal, sich mit dem Nuntius in Verbindung zu setzen. Dieser muss den Fall der Kleruskongregation und der Glaubenskongregation melden. Desweiteren sei es sinnvoll, sich zudem direkt an die Glaubenskongregation zu wenden.
Die Vereinten Nationen haben sich 2014 an den Vatikan gewandt und verlangen, dass dieser sich des Schicksals von Priesterkindern annimmt, die Vaterschaft klärt und für den Einhalt der Rechte der Kinder sorgt. (kna/gs)
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