Schweiz

Bischof Morerod kritisiert Bundesrat wegen Waffenexport

St. Gallen, 8.9.18 (kath.ch) Die geplante Lockerung des Waffenexportes in krisenhafte Gebiete stösst vielen Christen sauer auf. So auch Bischof Charles Morerod, der seine Kritik an der Medienkonferenz (5. September) kundgab.

«Was für die Schweiz wollen wir? Für den Frieden arbeiten oder leichter Waffen liefern?» Diese Fragen stellte Bischof Charles Morerod an der Medienkonferenz in St. Gallen. Er kritisiert den Entscheid des Bundesrates für die geplante Lockerung des Waffenexportes in Länder mit internen Krisen vehement.

Protestbrief an Bundesrat

Gemeinsam mit Gottfried Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, und Harald Rein, Bischof der Christkatholischen Kirche der Schweiz, teilte Morerod diese Kritik in einem Protestbrief an drei Mitglieder des Bundesrates mit, wie es in einer Medienmitteilung der Schweizer Bischofskonferenz heisst. Der Brief ging an Doris Leuthard, Johann Schneider-Ammann und Ignazio Cassis, war auf Nachfrage zu erfahren.

National- und Ständerat unterstützt Bundesrat

Der Bundesrat hatte Mitte Juni entschieden, die Ausfuhr von Kriegsmaterial «unter gewissen Umständen» auch in Bürgerkriegsländer zu ermöglichen. Die Sicherheitspolitischen Kommissionen des Nationalrats und des Ständerates unterstützen diesen Entscheid.

Christliche Stimmen gegen Bundesrat

Im Juni hatten die Nationalkommission der Schweizer Bischofskonferenz, Justitia et Pax, sowie die Basisgruppenbewegung Schweiz den Entscheid des Bundesrates öffentlich kritisiert.

Anfang Juli hatte eine Gruppe von reformierten Zürcher Pfarrerinnen und Pfarrern ihren Unmut in einem offenen Brief an den Bundesrat kundgetan. Auch der Zürcher Grossmünster Pfarrer Christoph Siegrist kritisierte dies mittels einer Videobotschaft.

Allianz gegründet

Während den Sommermonaten hat sich die «Allianz gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer» gebildet, die sich gegen den Entscheid des Bundesrates wehren wird. Am 10. September werde sie die Öffentlichkeit weiter über ihr vorgehen informieren, teilte die Allianz am 4. September mit. (ft)

Soldaten | © Gabi Eder / pixelio.de
8. September 2018 | 05:17
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