St. Gallens Bischof Markus Büchel
Schweiz

Bischof Büchel: «Ich hätte nichts dagegen, wenn der neue Papst Franziskus II. wäre»

Beim Gedenkgottesdienst für Papst Franziskus in St. Gallen würdigte Bischof Markus Büchel den verstorbenen Heiligen Vater in seiner Predigt. Er lobte dessen Barmherzigkeit, dessen Nähe zu den Menschen und dessen Freimut. Den Kardinälen legte er fürs kommende Konklave einen ganz persönlichen Wunsch ans Herz.

Wolfgang Holz

Der 75-jährige St. Galler Bischof liess in seiner Predigt noch einmal Revue passieren, wie er Papst Franziskus persönlich erlebte – was ihn am meisten an ihm beeindruckte. Dabei erinnerte er sich zunächst an die schlichte Präsenz des Argentiniers nach der Papstwahl auf dem Balkon des Vatikans.

«Er hat in seinem Leben als einfacher Mensch Wort gehalten.»

«Sein schlichtes weisses Kleid, die Art, wie er schlicht «Buona Sera» sagte, dass er vom Ende der Welt nach Rom gekommen ist und nicht zuletzt sein Name Franziskus haben den Bann im Vatikan und auf der Welt für den neuen Papst gebrochen – und er hat in seinem Leben als einfacher Mensch Wort gehalten.»

Urbi et Orbi-Segen

Büchel fand es auch sehr stimmig, wie Papst Franziskus sich von der Welt verabschiedete: «Dass er sich mit dem Urbi et Orbi-Segen von der ganzen Welt verabschiedete und tags zuvor noch mit dem Papamobil durch die Menschenmenge auf dem Petersplatz fuhr, wirkte so inszeniert vom Himmel für einen Menschen, der, wie er, in so intensivem Kontakt mit dem Himmel verbunden gewesen ist.»

Auch die Tatsache, dass das Begräbnis von Papst Franziskus als ein Weltereignis über die Grenzen der Kirche hinaus gefeiert worden sei, «in Zeiten, in denen die Kirche vornehmlich auf der Anklagebank sitzt und andere Mächtige ihre menschenverachtenden Spielregeln inszenieren», sei beeindruckend gewesen.

«Licht in die Welt getragen»

In der Predigt Büchels liess der St. Galler Oberhirte durch seine gefühlvollen Worte vor allem hindurchscheinen, dass er ähnlich fühlt und denkt wie Papst Franziskus. «Er hat seine Einfachheit, seine Bescheidenheit und seinen Freimut als ein Licht in die Welt getragen – was durch seinen Tod so richtig zum Leuchten kam.» Er hoffe, dass der neue Papst als Nachfolger diesen Weg weitergehe, «mit der Nähe zu den Menschen und als Ausdruck eines lebendigen Evangeliums. Franziskus, wir danken Dir alle.»

Anzeige ↓     Anzeige ↑

Und was das bevorstehende Konklave am 7. Mai anbelangt, «möchte ich den Kardinälen ins Herz schreiben, dass ich nichts dagegen hätte, wenn der neue Papst Franziskus II. wäre», schloss Bischof Markus Büchel seine emotionale Predigt.

*Die ganze Predigt von Markus Büchel an der nationalen Gedenkmesse ist unter https://www.kath.ch/medienspiegel/gedenkgottesdienst-fuer-papst-franziskus-2/ nachzuhören.


St. Gallens Bischof Markus Büchel | © zVg
2. Mai 2025 | 15:30
Lesezeit : ca. 2  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!